Deutsche Welle: Wirecard: Ex-Vorstand Markus Braun mauert

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

19.11.2020

Deutsche Welle: Wirecard: Ex-Vorstand Markus Braun mauert

 

"Das Medieninteresse war gewaltig, als der Wirecard-Untersuchungsausschuss im Bundestag zu seiner ersten öffentlichen Sitzung zusammentrat. Als erster Zeuge war Markus Braun geladen, der frühere Vorstand der Wirecard AG, der seit Juli in Augsburg in Untersuchungshaft sitzt. Der Österreicher war gegen seinen Willen nach Berlin gebracht worden, hatte noch Anfang der Woche beim Bundesgerichtshof versucht, die Vernehmung auf eine Befragung per Videoschalte zu reduzieren. (...)

och Braun verlas im Ausschuss lediglich ein kurzes Statement, in dem er den Aufsichtsbehörden und Politikern attestierte, "nichts falsch gemacht" und sich "zu keiner Zeit nicht korrekt, pflichtwidrig oder unlauter verhalten" zu haben. Entlastendes hielt er auch für den Aufsichtsrat und die Wirtschaftsprüfer bereit, die "offenbar massiv getäuscht" worden seien. (...)

Der linke Abgeordnete Fabio de Masi vermutet, dass Braun versucht, die Schuld auf den weiterhin flüchtigen Ex-Vorstand Jan Marsalek abzuwälzen. Der soll sich in Russland aufhalten und vom dortigen Auslandsgeheimdienst betreut werden. (...)

"Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen fungierte Dr. Braun innerhalb der Bande als Kontroll- und Steuerungsinstanz", heißt es in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft München an den Bundestagsausschuss, aus dem der linke Abgeordnete Fabio de Masi im Untersuchungsausschuss zitierte. Das streng hierarchische System bei dem Münchner Zahlungsabwickler sei geprägt gewesen von einem militärisch-kameradschaftlichem Korpsgeist sowie Treueschwüren untereinander. (...)"

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