Berliner Zeitung: Wirecard: Was wusste Angela Merkel?

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

20.12.2020

Berliner Zeitung: Wirecard: Was wusste Angela Merkel?

 

"Auf Michael Papageorgiou ruhten bei den Aufklärern des Wirecard-Untersuchungsausschuss am Donnerstag einige Hoffnungen. Der junge Mann, von der Bundesbank vom Sommer 2017 bis zum Sommer 2020 ins Bundeskanzleramt abgeordnet, hatte am 10. Januar 2019 eine aufsehenerregende Notiz an das Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben: Er war beauftragt worden, zu prüfen, ob Merkel den damaligen Vorstandsvorsitzenden von Wirecard, Markus Braun, persönlich empfangen sollte. (...)

Fabio De Masi von der Linken sagte dieser Zeitung: „Papageorgiou war nicht in der Lage, einfachste Fragen ohne ein Skript zu beantworten. Er konnte nicht beantworten, in wie vielen Fällen er anderen CEOs von DAX Konzernen mit der Begründung des vollen Terminkalenders der Kanzlerin abgesagt habe. Zumal er gar nicht für die Termine zuständig war. Die Kanzlerin hatte den Termin mit Markus Braun bereits mündlich zugesagt. (...)

Fabio De Masi sieht auch den Auftritt des früheren Finanz-Attachés in der deutschen Botschaft in Peking, Jan Ole Peters, als Hinweis dafür, dass das Bundesfinanzministerium wenig Sachverstand bewiesen habe: „Wirecard war offenbar eng im Austausch mit dem Finanzdiplomaten über die Verhandlungen der Bundesregierung zum deutsch-chinesischen Finanzdialog. Wirecard war dabei eine Verhandlungstrophäe der Regierung. Peters musste auf meine Nachfrage einräumen, noch am Tag der Flucht von Jan Marsalek Wirecard-Aktien gekauft zu haben. Dies sagt alles über sein Urteilsvermögen als Beamter des Finanzministeriums.“ (...)"

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