Mindestlohn ist auch in Hamburg ein „Armutslohn“

8,84 Euro reichten nicht, um auf ein Einkommen oberhalb des Hartz-IV-Anspruchs zu kommen, berichtet das Hamburger Abendblatt.

25.07.2018
Grossbaustelle "Hafen-City" in Hamburg.20 Mai 2009.

Linke: Mindestlohn ist auch in Hamburg ein „Armutslohn“

"Das Leben in Hamburg ist kostspielig, vor allem wegen der stark gestiegenen Mieten. Geringverdiener haben damit besonders zu kämpfen, wie sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl schließen lässt. Ferschl wollte erfahren, wie hoch der gesetzliche Mindestlohn sein müsste, um mit einem Vollzeitjob auf ein Einkommen oberhalb des Hartz-IV-Anspruchs zu kommen – also auf ein Gehalt, das über dem Regelbedarf von 416 Euro für einen Alleinstehenden zuzüglich der anerkannten Kosten für Unterkunft und Heizung liegt. Der Antwort zufolge wäre in Hamburg ein Mindestlohn von 9,10 Euro nötig, um über diese Schwelle zu kommen. Tatsächlich beträgt der Mindestlohn derzeit 8,84 Euro. (...)

Der Mindestlohn soll 2019 zwar auf 9,19 Euro erhöht werden. Nach Ansicht der Linken könnte dieses Niveau aber durch steigende Wohnkosten vielerorts schnell wieder überschritten werden. „Der gesetzliche Mindestlohn ist besonders in Städten wie Hamburg ein Armutslohn“, sagt der Hamburger Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte im April angekündigt, dass der Mindestlohn für alle Beschäftigten bei der Stadt und in den öffentlichen Unternehmen auf 12 Euro angehoben werden soll. Bis wann neue Tarifverträge vereinbart werden könnten, ist allerdings unklar. Fabio De Masi sagt: „Eine Erhöhung für städtische Bedienstete auf 12 Euro ist richtig, muss aber für alle Beschäftigten gelten. Erst ab 12,63 Euro bekommt man eine Rente über der Grundsicherung.“

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