Finance: Wire and fire

Ein Interview mit Fabio De Masi

11.03.2021

Finance: Wire and fire

 

"Die Ermittlungen zu Wirecard zeigen es immer deutlicher: Es ist der aberwitzigste Finanzskandal seit langem. Nun soll die Bafin endlich mehr Biss bekommen – ein Blick hinter die Kulissen. (...)

Fabio De Masi bewertet die Arbeit des Wirecard-Untersuchungsausschuses positiv. Er ist von der Mitschuld Markus Brauns überzeugt. Den flüchtigen Jan Marsalek sieht er als willkommenen Blitzableiter für Vorwürfe gegen Wirecard.

Wie zufrieden sind sind Sie mit der bisherigen Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses?

Seit Ende Oktober haben wir insgesamt 53 Zeugen und sechs Experten befragt. Dadurch sind viele Skandale ans Licht gekommen. Wie schwerwiegend die aufgedeckten Verfehlungen waren, zeigt sich auch darin, dass es bisher zahlreiche Rücktritte von Führungspersonen gab.

Halten Sie es für glaubwürdig, dass der frühere Wirecard-Chef Markus Braun ein Opfer war?

Absolut nicht. Solch einen komplexen Milliardenbetrug kann keiner allein durchziehen. Braun galt zudem als absoluter Kontrollfreak, und dem engeren Vorstand war bekannt, dass es kaum noch Liquidität gab.

Glauben SIe, dass der flüchtige Ex-Vorstand Jan Marsalek noch gefasst werden wird?

Wenn ich sehe, was sich die Staatsanwaltschaft München und der Bundesnachrichtendienst für Pannen leisten, dann habe ich so meine Zweifel. Viele Menschen wären sicher glücklich, wenn Marsalek verschollen bleibt. So können sie bequem alle Schuld bei ihm abladen. Und der Politik und den Nachrichtendiensten bleibt eine Blamage erspart."

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