Welt: Die Rettung der deutschen Spar-Idee

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

28.08.2019
Presseschau

Welt: Die Rettung der deutschen Spar-Idee

"Wer sein Geld sicher anlegen will, muss Verluste hinnehmen. Das ist zwar nicht neu, aber nun machen die Parteien Vorschläge, um das zu ändern.

In der Rolle gefallen sich Politiker: als Problemlöser. Dieses Mal wollen sie den vielen Millionen deutschen Sparern zu Hilfe eilen. Es gilt, den allgemeinen Zinsfrust zu bekämpfen. An Vorschlägen mangelt es nicht. Einige Politiker wollen mit rentierlichen, sprich subventionierten Sparangeboten des Staates die Stimmung verbessern. Andere entdecken die Vorteile der Aktienanlage für Privatanleger, nämlich langfristig positive Renditen – auch oder gerade dann, wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen noch auf Jahre hinaus niedrig hält. (...)

In den Bundestagsfraktionen von SPD und Linke erinnern sie sich an die Zeit von Günther Schild zurück. So hieß die Schildkröte, mit der die Finanzagentur des Bundes von 2008 an bei Privatanlegern für Bundesschatzbriefe und die Tagesanleihe warb, letztere war als Konkurrenz zum Tagesgeld der Banken gedacht. Ende 2012 stellte der staatliche Schuldenmanager den Vertrieb dieser Privatkundenprodukte wegen der mickrigen Zinsen ein. „Man sollte überlegen, ob man Bundesschatzbriefe und Tagesanleihe nicht wieder einführt“, sagt SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs. Auch Fabio De Masi, finanzpolitischer Sprecher der Linken, spricht sich für eine „Wiederbelebung sicherer Anlagen“ wie den Bundesschatzbrief aus.

Die Vorteile aus Sicht der beiden Politiker sind: Die Finanzagentur verlangt für die Verwahrung der Wertpapiere keine Gebühren. Zudem können die Zinsprodukte per Definition nicht in den Minusbereich rutschen, zumindest nicht vor Abzug der Inflationsrate. (...)"

 

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