Tagesspiegel: Wenn Frau Moll nicht fragt, aber Frau Merkel antwortet

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

10.04.2019

Tagesspiegel: Wenn Frau Moll nicht fragt, aber Frau Merkel antwortet

Die Kanzlerin stellt sich im Bundestag eine Stunde lang den Abgeordneten – und lobt dabei demonstrativ ihren Wirtschaftsminister Peter Altmaier. 

Claudia Moll kommt nicht so oft zu Wort im Bundestag, und mit der Kanzlerin hat es die SPD-Frau aus Aachen überhaupt zum ersten Mal im Parlament zu tun. Der Präsident übt denn auch Nachsicht im Rahmen des Möglichen, als die gelernte Altenpflegerin ein ausgewachsenes Plädoyer für bessere Bezahlung und Bedingungen für Pflegekräfte abspult. Doch die Uhr tickt bei der Regierungsbefragung. Als sie schon länger rot zeigt, schneidet Wolfgang Schäuble der Abgeordneten dann doch mal das Wort ab. „Nein“, ruft Moll aus, „ich muss ja noch fragen!“ Da könne sie ihr wohl zu Hilfe eilen, sagt die Kanzlerin: „Ich glaube, ich hab’ Ihre Frage erahnt.“ (...)

Linken-Abgeordnete beklagen „explodierende Mieten“ und warnen vor einer neuen Großbank aus Deutscher und Commerzbank – „Zwei kranke Truthähne ergeben keinen Adler“, schimpft der Linke Fabio De Masi, was sich Merkel aber verbietet: So über die Institute zu reden „tut nicht gut“. Grüne beklagen eine „desaströse Bilanz“ der Klimapolitik und wollen von Merkel wissen, ob sie die Studie über die seelischen Folgen von Abtreibungen, die ihr Gesundheitsminister Jens Spahn plant, nicht auch überflüssig findet. Merkel findet ersichtlich eher die Frage überflüssig: Soll sie jetzt etwa dem Parteifreund in den Rücken fallen?"

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