NTV: Deutsche Bankenfusion – Finanzministerium sehr früh involviert

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

09.04.2019

NTV: Deutsche Bankenfusion – Finanzministerium sehr früh involviert

"Kommt die Deutsche Commerzbank? Ergebnisoffene Gespräche zwischen den beiden größten deutschen Privatbanken laufen seit einigen Wochen. Wie ernst die Sache ist, zeigt die Tatsache, dass das Finanzministerium sehr früh mit an Bord war. 

Das Bundesfinanzministerium hat kurz nach den offiziell bekanntgewordenen Fusionsgesprächen mit der Commerzbank Kontakt zum möglichen Partner Deutsche Bank aufgenommen. Wie aus einer Antwort der parlamentarischen Staatssekretärin Christine Lambrecht an den Linken-Abgeordneten Michael Leutert hervorgeht, hat Staatssekretär Jörg Kukies am 18. März mit Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing beraten. (...)

Kukies hatte laut Schreiben Lambrechts, im Januar bereits zwei Treffen mit Sewing. Kukies - früher Deutschlandchef der US-Investmentbank Goldman Sachs - gilt als treibende Kraft hinter den Fusionsgesprächen. Er hat sich dem Schreiben zufolge auch mehrfach mit Vertretern seines früheren Arbeitgebers getroffen. Goldman Sachs berät Finanzkreisen zufolge die Commerzbank in den Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank. Der Bund ist mit rund 15 Prozent an der Commerzbank beteiligt.

Der Linken-Finanzexperte Fabio De Masi sagte, es könne handfeste Interessenskonflikte geben, da Goldman Sachs an einer Fusion verdiene und Kukies aus deren Stall komme. "Ein Banken-Champion ist eine gefährliche Idee. Eine Fusion von zwei kranken Truthähnen zeugt keinen Adler." Die größere Bank wäre ein Systemrisiko für die Steuerzahler."

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