Die Zeit: Zoll beschlagnahmt kaum Bargeld

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

21.02.2019
Presseschau

Die Zeit: Zoll beschlagnahmt kaum Bargeld

In den vergangenen neun Jahren hat der deutsche Zoll in 1450 Fällen Bargeld an den Grenzen beschlagnahmt. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage von Fabio De Masi, dem finanzpolitischen Sprecher der Linksfraktion, an die Bundesregierung hervor. Demnach betrug die in den vergangenen neun Jahren beschlagnahmte Summe 674,7 Millionen Euro. Die Statistik ist jedoch durch die Sicherstellung eines Schecks in Höhe von 500 Millionen Euro im Jahr 2013 verzerrt. (...)

Verstöße gegen die Anmeldepflicht können zu einem Bußgeld führen. Hegen die Zöllner den Verdacht, dass das mitgeführte Geld illegalen Ursprungs ist – etwa aus einer Straftat wie Drogenhandel oder Entführung stammt –, können sie es beschlagnahmen. In den Augen von De Masi geschieht dies viel zu selten. »Wer mit Geldkoffer reist und Immobilien bar bezahlt, hat meistens Dreck am Stecken. Der Zoll sichert viel zu wenig Bargeld, auch wegen fehlenden Personals.«

Seit 2010 gab die Bundesbank jährlich netto durchschnittlich Euro-Banknoten im Wert von 35,8 Milliarden Euro aus, das entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von durchschnittlich 7,8 Prozent. Rund 70 Prozent des in Deutschland in Umlauf gebrachten Bargelds gehen ins Ausland, hat die Bundesbank ermittelt. Für De Masi liegt hierin ein Risiko. »Das exzessive Bargeldwachstum in Deutschland ist Treibstoff der Schatten- wirtschaft«, sagt er.

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