Europäische Banken tricksen bei Verschuldungsquoten

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

20.07.2018

Handelsblatt: Europäische Banken tricksen bei Verschuldungsquoten

"Um die Verschuldungsquote aufzuhübschen, reduzieren Banken kurzzeitig riskante Geschäfte. Die Opposition drängt nun auf eine neue Art der Erhebung. (...)

Diese Quote setzt die Risiken in den Büchern der Banken ins Verhältnis zu deren Eigenmitteln. Bei amerikanischen Instituten lässt sich der Rückzug zum Quartalsschluss dagegen nicht beobachten. Dort wird die Leverage Ratio nicht zu einem Stichtag, sondern im Durchschnitt ausgewiesen.

Um dieses Problem weiß auch die Bundesregierung – und sie liebäugelt mit einer Änderung. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi hervor, der finanzpolitischer Sprecher für die Linke im Bundestag ist. Demnach verfolgt das Bundesfinanzministerium die Debatte. Die bilanziellen Anpassungen im Vorfeld von Meldestichtagen seien derzeit nicht nur in Basel Thema, sondern auch bei der Überarbeitung der Bankenverordnung auf EU-Ebene. 

„Zur Vermeidung etwaiger zeitpunktbezogener Verzerrungen erscheint grundsätzlich eine Durchschnittsbildung geeignet“, heißt es in der Antwort des Bundesfinanzministeriums. Eine mögliche Vorschrift solle aber erst „nach Abschluss der laufenden Analysen“ erfolgen.

De Masi drängt auf eine schnelle Lösung des Problems: „Die Tricksereien von systemrelevanten Großbanken mit der Leverage Ratio zum Quartalsende müssen unterbunden werden.“ Auch er spricht sich für eine Messung der Quote in einem Zeitraum aus. „Sonst droht zehn Jahre nach der Lehman-Pleite die nächste Finanzkrise.“

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