DIE LINKE und die Debatte zu einer Sammlungsbewegung

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

01.06.2018

1. Juni 2018, NTV: Wagenknechts Sammlungsbewegung Make Links great again

"Vor dem Parteitag rumort es bei den Linken. Die geplante Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine polarisiert. Im Kern geht es um den künftigen Kurs der Partei, tatsächlich jedoch um weit mehr.

Gegen Fußball kommt auch Sahra Wagenknecht nicht an. Mit der Weltmeisterschaft in Russland will sie nicht konkurrieren. Die Sammlungsbewegung, die Wagenknecht mit Ehemann Oskar Lafontaine plant, soll deshalb erst im September starten. Das hat die Linken-Fraktionschefin am Wochenende in einem ARD-Interview verraten. Die Ende 2017 angestoßene PR-Guerilla von Wagenknecht und Lafontaine kann einem etwas umständlich vorkommen, sie zeigt jedoch Wirkung. Die Sammlungsbewegung ist noch nicht richtig da, aber seit die Idee in der Welt ist, wabert sie, sorgt für Dauer-Gesprächsstoff und kurz vor dem Parteitag in Leipzig am übernächsten Wochenende auch für neue Unruhe. (...)

In der Bundestagsfraktion gibt es durchaus Sympathien. "Wir brauchen eine neue Dynamik für linke Themen. Wir müssen eine starke Stimmung schaffen, damit der Protest gegen die herrschende Politik nicht der AfD überlassen wird", sagt Fraktionsvize Fabio De Masi, der dem Wagenknecht-Lager zugerechnet wird. Sein Fraktionskollege, der Pragmatiker Stefan Liebich, hält zwar nicht viel von Ein-Personen-Bewegungen à la Mélenchon, sagt aber: "Es gibt eine richtige Problembeschreibung. Wir müssen uns fragen: Was ist los, wenn die SPD so viel verliert und bei uns so wenig ankommt." Wagenknecht hatte sich im Februar und März, im Umfeld des Mitgliederentscheids, gezielt um enttäuschte SPD-Mitglieder bemüht. Wenn man mit Unzufriedenen der SPD etwas Neues anfange, sei die Hürde vielleicht niedriger, als wenn man sie auffordere, zur Linken zu kommen, sagte sie dem "Spiegel". (...)

In der Parteizentrale stellt man es gern so dar, als sei die Machtbasis von Wagenknecht und Lafontaine klein. Andere widersprechen. Auch Stefan Liebich, der sich seit langem für rot-rot-grüne Koalitionen einsetzt, stärkt der Fraktionschefin den Rücken: "Sahra Wagenknecht polarisiert, aber das ist Teil ihres Erfolgs. Sie ist unsere bekannteste Politikerin, das müssen wir auch nutzen." Fabio De Masi sagt: "Es geht nicht um Sahra Wagenknecht oder Katja Kipping, sondern um die Zukunft linker Politik.""

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