HSH Nordbank: Schuften fürs Geldhaus

Für die skandalträchtige HSH Nordbank haben sich Käufer gefunden. Leidtragend sind vor allem Lohnabhängige. Eine Presseschau mit Fabio De Masi

19.02.2018

19. Februar 2018, junge Welt, Simon Zeise: Schuften fürs Geldhaus

"Im Norden wird umverteilt. Das gewinnbringende Geschäft der HSH Nordbank muss nach dem Willen der EU-Kommission bis zum Monatsende verkauft werden. Auf der »Bad Bank«, in der Kredite gebündelt wurden, die zu großen Teilen nicht bedient werden können, bleiben die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein sitzen. Nur unter dieser Bedingung genehmigte Brüssel, dass sich die HSH milliardenschwerer staatlicher Finanzhilfen bedienen durfte. (...)

Der Hamburger Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi (Die Linke) kritisierte den Deal hingegen am Sonntag. »Rettung und Verkauf der HSH Nordbank an US-Investoren sind keine Erfolgsstory«, sagte De Masi gegenüber jW. »Nur für Reeder und CDU-Finanziers wie Heinrich Schöller. Die HSH erließ ihm und einem weiteren Hamburger Reeder rund 1,3 Milliarden Euro Schulden.« Nach der Rettung durch Finanzhilfen der Länder habe die Bank weitere Neugeschäfte im verlustbringenden Schiffsbau gemacht. »Nach Verkauf der HSH Nordbank werden Hamburg und Schleswig-Holstein mindestens 13 Milliarden Euro verlieren, die als Eigenkapital in die Bank flossen oder als Verlustgarantie dienen«, so De Masi. »Das sind die Steuern und Abgaben der Hamburgerinnen und Hamburger eines ganzen Jahres. Das heißt, 365 Tage für die Bank geschuftet.« Im schlimmsten Fall rechne De Masi mit 27 Milliarden Euro. Die billigste Lösung wäre eine frühzeitige Abwicklung gewesen."

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