Pikantes BSW-Essen mit der AfD – dann spricht Parteichef Machtwort

t-online

10.10.2026

»BSW-Boss Fabio De Masi will die AfD nach eigenen Angaben pragmatisch stellen, aber nicht hofieren. Ein Abend in Magdeburg zeigt, dass der Bundesvorsitzende und seine Landtagsfraktion dabei nicht dieselbe Sprache sprechen.

Am 8. Oktober eröffnete das rechtsradikale "Compact"-Magazin sein neues TV-Studio in Magdeburg. Zu den Gästen zählten AfD-Landtagspräsident Tobias Rausch, AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner – und alle fünf Mitglieder der BSW-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, darunter die Fraktionsspitzen Claudia Wittig und Thomas Schulze. Fotos zeigen die Anwesenden beim gemeinsamen Dinner, entspannt, Wein in der Hand.

Einen Tag später veröffentlichte BSW-Bundesvorsitzender Fabio De Masi einen langen Post auf X – und ließ keinen Zweifel daran, was er von dem Abend hält. Es dürfe "nicht der Eindruck der Kumpanei oder einer privilegierten Partnerschaft entstehen", schrieb er. Die AfD sei sein "politischer Gegner". Zwar wolle das BSW den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren – "aber kein AfD TV". Und weiter: "Wir lehnen Geschichtsrevisionismus und völkisches Gedankengut oder die Abwertung von Menschen mit Behinderungen ab."

Den Führungsanspruch formulierte De Masi am Ende seines Posts direkt: "Ich bin als Parteivorsitzender jedoch auch gewählt, um darauf zu achten, dass der von mir beschriebene Kurs und auch die Unterschiede zur AfD deutlich werden. Wir wollen ja, dass Menschen uns und nicht die Blauen wählen. Dafür werde ich sorgen."

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De Masi hatte noch wenige Tage zuvor im Hamburger Abendblatt für einen pragmatischen Umgang mit der AfD geworben: "Die Brandmauer ist gescheitert. Man muss die AfD hinter der Brandmauer hervorziehen."«

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