Wie in der DDR: Warum ARD und ZDF Sahra Wagenknecht nicht mehr in Talkshows einladen
Nordkurier
Das BSW wirft ARD und ZDF Ausgrenzung vor und erhöht den Druck vor den Ostwahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Erinnerungen an die „Aktuelle Kamera“ werden wach.
Vor drei Wochen hatten Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali als Parteivorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ihrem Ärger Luft gemacht – und in einem Brief an ARD-Intendant Florian Hager und ZDF-Intendant Norbert Himmler heftig kritisiert, dass ihre Partei nicht mehr zu den Talkshows „Caren Miosga“, „Hart aber fair“, Maybrit Illner“, „Markus Lanz“ und „Maischberger“ eingeladen würde.
„BSW-Blockade Affront gegenüber 2,5 Millionen Wählern“
„Die BSW-Blockade von ARD und ZDF ist ein Affront gegenüber unseren 2,5 Millionen Wählern und ein krasser Verstoß gegen den Auftrag, den die Sender haben. Machen ARD und ZDF so weiter, wird der ÖRR irgendwann verschwinden, weil immer mehr Menschen es satt haben, Hofberichterstattung für die Bundesregierung mit ihren Gebühren zu finanzieren“, hatte Sahra Wagenknecht gegenüber unserer Redaktion ergänzend betont.
Die BSW-Gründerin seinerzeit weiter: „Wir fordern nicht nur einen fairen Umgang mit dem BSW, sondern eine Rückkehr des ÖRR zu echter Meinungsvielfalt und objektiver Berichterstattung. Bis dahin sollte der Rundfunkbeitrag ausgesetzt werden, um den Reformdruck zu maximieren.“
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„Medienbrandmauer“ und „Kriegspropagandisten“
Ein Antwortschreiben, das Wagenknecht nur schwer akzeptieren kann. „Das BSW wird als einzige relevante Partei nahezu vollständig aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk herausgehalten. Das ist undemokratisch und eine Ohrfeige für 2,5 Millionen BSW-Wähler. Vor den Ostwahlen wird die Medienbrandmauer gegen das BSW offensichtlich noch höher gezogen“, blickte Wagenknecht auf die im September anstehenden Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
„Die Antwort des ZDF auf unsere Beschwerde ist eine Unverschämtheit. Die eklatante Einseitigkeit des Staatsfunks und die Einladung der immer gleichen Kriegspropagandisten als ,journalistische Kriterien' zu verkaufen, ist ziemlich dreist. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird seinem Auftrag schon lange nicht mehr gerecht“, fand Wagenknecht scharfe Worte in Richtung des ZDF.
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