„Das ist bitter“ - BSW-Chef Fabio De Masi über Startprobleme und sein Versprechen für Sachsen-Anhalt
Mitteldeutsche Zeitung
»Herr De Masi, in Brandenburg hat sich das BSW gerade zerlegt, die Regierung ist zerbrochen. Haben Sie Ihre Wahlchancen in Sachsen-Anhalt schon abgehakt?
Nein. Die Unzufriedenheit im Land ist mit den Händen zu greifen. Wir müssen jetzt wieder Themen setzen wie bezahlbare Energie, die kaputte Infrastruktur und den Schutz der Industrie. Die CDU fährt täglich Angriffe auf die Leistungsträger, die den Landen am Laufen halten, etwa beim Acht-Stunden-Tag, um von ihrer miesen Wirtschaftsbilanz abzulenken. Dass es Konflikte gibt in einer jungen Partei, war erwartbar.
Sie sind unzufrieden mit Leuten, die das BSW in Brandenburg in Mandate und Ämter gebracht hat. Wie wollen Sie so etwas in Sachsen-Anhalt verhindern?
In Brandenburg sind wir aus dem Stand in eine Regierung gegangen. Ich habe große Zweifel, dass das eine kluge Entscheidung war. Leider waren da Egos am Werk, die als Überläufer eine von den Wählern nicht gewählte SPD-CDU Regierung installieren wollten. Solche dubiosen Seitenwechsel kennen wir aus osteuropäischen Staaten. Das ist sehr bitter. Die Leute, die bei uns in Sachsen-Anhalt ins Rennen gehen, die kennen wir. Wir wissen, wofür sie stehen.
Mit welchen Themen wollen Sie in den Landtagswahlkampf ziehen?
Wir haben eine tiefe Krise der Industrie, wir haben Energiepreise, die viel zu hoch sind, auch durch die kopflose Sanktionspolitik. In der Europäischen Union wurde beschlossen, selbst im Falle eines Friedens in der Ukraine nie wieder russisches Gas zu beziehen. Damit machen wir uns ökonomisch kaputt und noch abhängiger von Donald Trump, der Grönland mit einem Einmarsch droht. Das BSW hat als einzige Partei die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenraketen kritisiert.«
