Ist das Bündnis Sahra Wagenknecht noch zu retten, Herr De Masi?
NZZ
»Kaum eine deutsche Partei hat es nach der Gründung so schnell in Landesregierungen geschafft wie das Anfang 2024 ins Leben gerufene BSW. Doch Anfang Januar ist die Brandenburger Koalition des BSW mit der SPD geplatzt. Nach einem fraktionsinternen Streit über die Haltung zu zwei Medienstaatsverträgen und den Umgang mit der AfD verliessen zwei Mitglieder die Fraktion. Der wichtigste Mann, der stellvertretende Ministerpräsident Robert Crumbach, rettete sich hinüber zur SPD. Damit verlor die Regierung die Mehrheit. Von Verrat ist die Rede. Der neue BSW-Chef Fabio de Masi ist erst seit Dezember 2025 im Amt und muss seine Partei durch ihre bis anhin schwerste Krise lotsen.
Herr De Masi, es gibt Leute, die gerade einen Nachruf auf Ihre Partei formulieren. Umfragen sehen das BSW in Brandenburg von 17 Prozent auf 7 abgestürzt. Zeit, das Feld zu räumen?
Die Vorfälle in Brandenburg schaden uns massiv. Dass Leute einfach die Seiten wechseln, kennt man sonst eher aus osteuropäischen Staaten. Die Überläufer hatten den Bruch lange vorbereitet, ihr Ziel war eine SPD-CDU-Koalition in Brandenburg. Für mich sind diese Überläufer die Fliesenleger der AfD. Aber wir werden stärker zurückkommen.«
