„Starkes Indiz, dass Marsaleks Schreiben an das Gericht in etwa so viel Substanz hat wie die Bilanzen der Wirecard AG“

Wirtschaftswoche - Mein Brief an Jan Marsalek

10.08.2023

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Hier ist der Brief im Wortlaut veröffentlicht

Fabio De Masi, einst Mitglied im Wirecard-Untersuchungsausschuss, schreibt einen Brief an Jan Marsalek. Diese Fragen hat er an den flüchtigen Ex-Wirecard-Vorstand.

Nach dem Zusammenbruch von Wirecard gelang dem Ex-Vorstand Jan Marsalek eine spektakuläre Flucht. Seitdem wurde spekuliert, ob er überhaupt noch lebt. Kürzlich hat Marsalek aber dann über seinen Anwalt eine Erklärung abgegeben. In dem Schreiben an das Landgericht München äußert sich Marsalek zum Verlauf des Prozesses gegen seinen ehemaligen Chef Markus Braun und den einzigen geständigen Angeklagten Oliver Bellenhaus.

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi, der auch Mitglied im Untersuchungsausschuss zur Wirecard-Affäre war, hat das Schreiben zum Anlass genommen, Jan Marsalek einen Fragenkatalog zu schicken – über dessen Münchner Anwalt Frank Eckstein. Der Brief von Jan Marsalek habe für viel Wirbel gesorgt, sagt De Masi. „Er leistet aber keinen echten Beitrag zur Aufklärung.“ Dafür müsse Marsalek mehr Details liefern. Deshalb habe er den Brief geschrieben. „Ich dachte mir, wenn ein mutmaßlicher 1,9-Milliarden-Betrüger aus dem Untergrund Briefe ans Gericht schreiben kann, kann ich ihm auch zurück schreiben. Vielleicht will er ja ein paar Belege für seine Geschichten liefern!“