Berliner Zeitung: Wirecard: Bundesregierung wollte Pleite-Firma retten

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

16.03.2021

Berliner Zeitung: Wirecard: Bundesregierung wollte Pleite-Firma retten

 

"In der Bundesregierung gab es offenbar Bestrebungen, Wirecard noch vor seiner Pleite mit Steuergeldern zu retten. (...)

Fabio De Masi, kommentiert die bevorstehenden Sitzungen des Ausschusses: „Der Wirecard-Skandal gründet nicht auf der kriminellen Energie eines Einzeltäters. Das war eine Bande mit einem Netzwerk in die Politik und womöglich Sicherheitskreise. Wir erwarten vollumfängliche Aussagebereitschaft bei Wirecard Vorständen wie Herrn von Erffa und dem ehemaligen Aufsichtsratschef Eichelmann. Von Erffa hat dem Ausschuss im letzten Jahr im Anschluss an die Vernehmung von Markus Braun seine umfassende Aussagebereitschaft zugesichert, nachdem er sich bei der Staatsanwaltschaft entlastet habe. Herr Eichelmann hat sich noch Mitte Juni umfänglich mit BaFin-Präsident Hufeld zum Inhaberkontrollverfahren ausgetauscht. Von Sandra S., der ehemaligen Assistentin von Braun, erhoffen wir uns neue Details über die Rolle Brauns, der keine Aussagebereitschaft zeigte. S. ist selbst nicht Beschuldigte und muss daher dem Ausschuss umfangreich Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus gilt es aufzuhellen, ob die ehemalige Analystin der Commerzbank Heike Pauls für ihre aggressive PR-Arbeit für Wirecard Vorteile entgegengenommen hat.“

De Masi weiter: „Bei der Befragung von EY wird es darum gehen, die Motive für die Testate der Jahresabschlüsse von Wirecard aufzuklären. Wir haben als Ausschuss ein Stück Rechtsgeschichte geschrieben, weil nun eindeutig vom Bundesgerichtshof geklärt wurde, dass sich die Wirtschaftsprüfer von EY nicht dahinter verstecken können, dass sie nur der Insolvenzverwalter, nicht aber auch der flüchtige Wirecard Vorstand Jan Marsalek, von der Verschwiegenheit entbunden habe. Es wird auch darum gehen, ob der nun versetze Chef von EY in Deutschland, Hubert Barth, von den Geschäften von Marsalek in Libyen wusste und sich mit Marsalek darüber ausgetauscht hat!“"

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