Süddeutsche Zeitung: Die Linke überrascht sich selbst

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

13.08.2020

Süddeutsche Zeitung: Die Linke überrascht sich selbst

 

"In der Satzung der Linken heißt es: "Kein Parteiamt soll länger als acht Jahre durch dasselbe Parteimitglied ausgeübt werden." Katja Kipping und Bernd Riexinger stehen seit acht Jahren an der Spitze der Partei, deshalb stellt sich auf dem Parteitag Ende Oktober in Erfurt schon aus formellen Gründen die Machtfrage. Hinzu kommt, dass es bei den Linken praktisch zur Traditionspflege gehört, sich mal mehr und mal weniger öffentlich um einflussreiche Posten zu streiten. Man kann dieser Partei vieles vorwerfen, aber gewiss nicht, dass sie übertrieben harmoniesüchtig wäre. Gemessen daran geht es bei ihr derzeit gespenstisch ruhig zu. "Ich erkenne meine Partei gar nicht wieder", sagt ein Bundestagsabgeordneter der Linken. (...)

Gleichzeitig versucht die von der Last aller Ämter befreite, aber weiterhin einflussreiche Sahra Wagenknecht, einen Kandidaten mit eher klassenkämpferischem Profil in Stellung zu bringen. Der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte wäre so einer, ihm wird aber begrenztes Interesse nachgesagt. Auch die Namen von Parteivize Ali Al-Dailami und Fraktionsvize Fabio de Masi streut das Wagenknecht-Lager, dem bei der Wahl zum Fraktionsvorsitz mit Amira Mohamed Ali schon einmal ein Coup gelang. Auf Dauer steht jedenfalls nicht zu befürchten, dass sich diese Partei vor lauter Ruhe nicht wiedererkennt."

zum Seitenanfang

Hinweis zum Einsatz von Cookies / Datenschutzerklärung

Hier finden Sie meine Datenschutzerklärung

close