MDR: Warum bleibt die Börse geöffnet?

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

06.04.2020

MDR: Warum bleibt die Börse geöffnet?

"Wer Aktien besitzt, brauchte in den vergangenen Wochen starke Nerven. Von Mitte Februar bis Mitte März verlor der Deutsche Aktienindex mehr als ein Drittel seines Wertes. Zwischenzeitlich ging es wieder steil nach oben. Doch ob der Trend anhält oder die Verluste sich fortsetzen, kann in der derzeitigen Krise niemand sagen. MDR-Aktuell-Hörer Henry Zschenderlein möchte deshalb wissen, warum die Börsen in diesem Ausnahmezustand nicht geschlossen werden?

Mit den Verlusten anderer reich werden, ist an der Börse durchaus möglich. Man hätte vor der Corona-Krise Optionsscheine kaufen müssen, die auf fallende Kurse setzen. Dann könnte man jetzt kassieren. Das mag moralisch zweifelhaft erscheinen aber deswegen die Börse schließen? Reint Gropp, Präsident am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, hält das nicht für eine gute Idee:

"Generell sollten die Börsen geöffnet bleiben, damit Leute die Dinge anpassen können. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Rentenfonds und wollen gerne verkaufen. Das muss möglich sein. Wenn die Börsen geschlossen werden, handeln die Leute eben außerhalb der Börse. Es ist dann weniger transparent und weniger effizient, ändert aber an den Problemen, die wir in der Wirtschaft haben, gar nichts." (...)

Wenn Fonds für ihre Finanzwetten Milliarden auf den Markt werfen, geraten die Kurse automatisch unter Druck. Die Wette auf fallende Kurse wird so fast zur selbst erfüllenden Prophezeiung.

So ähnlich argumentiert auch der studierte Volkswirt und Linken-Politiker Fabio De Masi. Die Finanzaufsicht BaFin sehe derzeit aber keinen Anlass zum Einschreiten, sagt Sprecherin Anja Schuchhardt (...)"

 

 

 

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