Hamburger Abendblatt: Organspende – wie Hamburg im Bundestag abstimmt

Doppelte Widerspruchslösung oder Zustimmung? Was das bedeutet und wofür sich die Hamburger Abgeordneten aussprechen.

14.01.2020
vchal / shutterstock / Nr. 7085905811

Hamburger Abendblatt: Organspende – wie Hamburg im Bundestag abstimmt

"Hamburg. Schon die Länge der Antworten, die wir hier dokumentieren, zeigt, wie intensiv sich die Hamburger Abgeordneten mit der Debatte beschäftigt haben, die am Donnerstag im Bundestag ansteht. Ab 9 Uhr beraten die Parlamentarier über Gesetzentwürfe, die das Thema Organspende neu regeln sollen. Entscheiden müssen sich die Abgeordneten zwischen diesen Entwürfen:

Die doppelte Widerspruchslösung, entwickelt von einer Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, sieht vor, dass künftig jeder Organspender sein soll, der älter als 16 Jahre ist und nicht seinen Widerspruch in einem Organspende-Register oder gegenüber seinen Angehörigen erklärt hat. Was "doppelter Widerspruch" heißt Der Arzt muss vor einer Organentnahme das Register abfragen, ob ein Widerspruch vorliegt. Fehlt dort eine entsprechende Erklärung, werden die Angehörigen befragt, ob sie von einem entsprechenden Widerspruch gegen eine Entnahme wissen (daher doppelte Widerspruchslösung). Liegt ein solcher Widerspruch nicht vor, kann das Organ entnommen werden.
Die Zustimmungslösung, entworfen von einer parteiübergreifenden Gruppe um die Grünen  Vorsitzende Annalena Baerbock, will die Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende stärken. Jeder Bürger könnte dann in einem Online-Register seine Entscheidung dokumentieren, ändern oder widerrufen. Dies soll künftig auch in Ausweisstellen möglich sein. Zudem sollen Hausärzte ihre Patienten zur Eintragung in das Register ermutigen. [...]

Organspende: Das sagen die Hamburger Abgeordneten

Fabio De Masi (39, Linke), Ökonom: "Ich unterstütze die doppelte Widerspruchslösung und verfüge über einen Organspendeausweis. Die Widerspruchslösung muss aber mit Verbesserungen im Organspendesystem von Krankenhäusern einhergehen. Zudem muss es ein verpflichtendes Aufklärungsangebot durch Ärzte geben damit wir eine freie und informierte Entscheidung über die Organspende treffen. Der Körper darf kein Ersatzteillager für Missmanagement im Organspendesystem sein. Wir dürfen aber auch nicht aus Bequemlichkeit Nächstenliebe versagen.“"
 

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