MDR: Weniger Steuerprüfungen bei Reichen

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

09.10.2019

MDR: Weniger Steuerprüfungen bei Reichen

"Reiche müssen sich immer seltener Sorgen über mögliche Steuerprüfungen machen: Die Wahrscheinlichkeit einer Steuerprüfung bei einem jährlichen Einkommen von mehr als einer halben Million Euro ist in den vergangenen neun Jahren um fast 30 Prozent gesunken.

Reiche mit jährlichen Einkünften von mehr als einer halben Million Euro pro Jahr werden von den deutschen Finanzbehörden immer seltener durchleuchtet. Wie aus der Antwort des v auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, ist die Zahl der Betriebsprüfungen zwischen 2009 und 2018 um fast 30 Prozent gefallen - von 1.630 Fällen jährlich auf 1.150. Das berichtet die Zeitung "Tagesspiegel".

Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi kritisierte die Entwicklung. Er sagte dem "Tagesspiegel", "wir brauchen nicht nur scharfe Gesetze, sondern auch scharfe Kontrollen". Im Sinne der Steuergerechtigkeit dürfe nicht mehr länger hingenommen werden, "dass bei den kleinen Leuten jeder Euro umgedreht wird - die großen Finanzhaie aber davonkommen."

De Masi verlangte zudem mehr Personal für die Finanzbehörden. Denn mit der gesunkenen Zahl der Betriebsprüfungen entgingen vor allem jene Menschen einer genaueren Prüfung, deren Steuererklärungen aufgrund des hohen Einkommens und Vermögens besonders komplex sei - und für die sich Steuertricks besonders lohnten. (...)

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