Süddeutsche Zeitung: Skandal auf Wiedervorlage

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erhebt Anklage gegen einen ehemaliger Deutsche-Bank-Manager. Er sei eine zentrale Person beim Steuerbetrug mit Emissionszertifikaten gewesen. Eine Presseschau mit Fabio De Masi.

08.08.2019

Süddeutsche Zeitung: Skandal auf Wiedervorlage

"Der frühere Mitarbeiter der Deutschen Bank war sich seiner Sache offenbar auch dann noch sicher, als die Warnzeichen schon längst nicht mehr zu übersehen waren. Die britische oberste Steuerbehörde hatte eine Anfrage gestellt wegen des Handels mit CO₂-Verschmutzungsrechten, der Spiegel hatte über die "Klima-Mafia" berichtet, die den Staat durch Umsatzsteuerbetrug mit Emissionszertifikaten ausnehme. Als zahlreiche Kollegen wegen des Artikels im Herbst 2009 aufgeregt waren, ließ das auch Hector F. nicht kalt: Es sei doch ärgerlich, wenn die eigenen Leute anfingen, die "Regenbogenpresse" für solch ein Thema zu benutzen.

So steht es in einem internen Untersuchungsbericht der Deutschen Bank vom April 2014. In dem Bericht, welcher der SZ vorliegt, haben die Anwälte einer Großkanzlei auf mehr als 3300 Seiten ausgebreitet, wie tief leitende Angestellte damals in den CO₂-Skandal verstrickt waren. (...)

In mehreren Prozessen wurden bislang 13 Beschuldigte verurteilt, darunter sowohl Vertreter der Betrügerfirmen als auch Ex-Mitarbeiter der Bank, von denen einer derzeit eine dreieinhalbjährige Haftstrafe verbüßt. Die Deutsche Bank zahlte etwa 410 Millionen Euro an Bußgeldern und Steuerrückzahlungen, wie unlängst aus einer Kleinen Anfrage von Fabio De Masi, Finanzexperte der Linken, hervorging."

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