Tagesspiegel: Rohstoffjagd im Weltraum – USA und Luxemburg schließen Abbau-Vertrag

Die USA und Luxemburg wollen bei der kommerziellen Nutzung des Weltraums zusammenarbeiten. Das steigert auch den Druck auf die Bundesregierung.

10.05.2019

Tagesspiegel: Rohstoffjagd im Weltraum – USA und Luxemburg schließen Abbau-Vertrag

"Es ist eine Wette auf die Zukunft - und erhöht auch den Druck auf die Bundesregierung, den Blick Richtung Weltall zu lenken. Was sich nach Science Fiction anhört, ist am Freitag in einen Vertrag besiegelt worden, der aufhorchen lässt. Ausgerechnet das praktisch rohstofflose, aber sehr finanzkräftige Luxemburg hat mit den USA eine enge Zusammenarbeit bei der kommerziellen Nutzung des Weltraums vereinbart.

„Dies ist ein historischer Meilenstein für die bilaterale Zusammenarbeit beider Seiten“, sagte Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung. US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte: „Dies ist der Beginn einer außerordentlichen Beziehung.“ Bei Forschung, Erdbeobachtung, der Nutzung von erdnahen Asteroiden, und der Navigation im Weltraum wollen beide Seiten enger zusammenarbeiten.

Luxemburg ist das einzige europäische Land, das den Abbau von Rohstoffen im All gesetzlich geregelt hat. Dafür wurde eine Weltraumagentur gegründet, um den Abbau von Rohstoffen und Erden wie Eisen, Nickel, Zink, Mangan, Kobalt und Wolfram voranzutreiben. (...)

Der Vizechef der Linken-Fraktion, Fabio De Masi, meinte, die USA und Luxemburg würden sich mit dem Alleingang als „Space Cowboys“ aufspielen. „Aber das Weltall ist gemäß Weltraumvertrag das Erbe der gesamten Menschheit. Auch der Menschen in Mali oder in Haiti.“ Aufgabe der Bundesregierung sei es, die USA und Luxemburg auf das Völkerrecht hinzuweisen und für multilaterale Lösungen zu streiten. „Das Weltall darf nicht privatisiert werden“, sagte De Masi."

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