Mitmischen.de Pro/Contra: Managergehälter begrenzen

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

18.04.2019

Mitmischen.de Pro/Contra: Managergehälter begrenzen

"Deckel drauf oder Unternehmensentscheidung? Sowohl Linke als auch FDP haben zu Managergehältern Anträge in den Bundestag eingebracht. Hier argumentieren Fabio de Masi (Linke) und Reinhard Houben (FDP) für und wider eine Begrenzung bei Top-Verdienern.

Pro – Fabio de Masi (Die Linke): 20-fach ist das Limit!

Manager verwechseln Unternehmen oft mit einem Selbstbedienungsladen. Der Rubel rollt – selbst wenn Manager wie bei den Autokonzernen in Straftaten wie Abgastricks verwickelt sind und Arbeitsplätze gefährden. Managergehälter gehen durch die Decke – aber haben oft nichts mehr mit Leistung oder Verantwortung für das Unternehmen zu tun. Eine VW-Managerin, die für die Einhaltung von Gesetzen verantwortlich war, kassierte eine Abfindung von über 12 Millionen Euro und eine Rente von 8.000 Euro. Pro Monat! Und das, obwohl sie nur 13 Monate bei VW gearbeitet hatte und das Unternehmen in zahlreiche Abgastricks verwickelt war.

Realität: das 71-fache

Die Vorstände der größten Börsenunternehmen in Deutschland verdienen im Schnitt das 71-fache ihrer Angestellten im Jahr. Die Vorsitzenden des Vorstands kassieren pro Jahr sogar das 97-fache ihrer Angestellten. Das bedeutet, dass ein Manager nach dreieinhalb Tagen mehr verdient hat als der durchschnittliche Angestellte des Unternehmens im ganzen Jahr. Aber leisten Manager wirklich das 71-fache eines Ingenieurs oder Hausmeisters?

Maximal das 20-fache

In den 1980er Jahren erhielten die Chefs deutscher Unternehmen im Schnitt nur das 15-fache eines Angestellten. Sind Manager so viel besser geworden? Die Linke will Managergehälter auf das 20-fache der niedrigsten Gehälter im Unternehmen begrenzen. Der Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos, auf dem sich die Reichen und Mächtigen treffen, Klaus Schwab, fordert dies auch. Der Bankier und Gründer der heutigen Morgan & Stanley Bank, John Pierpont Morgan, hatte am Ende des 19. Jahrhunderts bereits für sein Unternehmen festgelegt, dass der bestbezahlte Manager nicht mehr als das 20-fache des am schlechtesten bezahlten Angestellten verdienen dürfe.

Kein Steuervorteil, keine hohen Boni

Man sollte der Auszahlung sehr hoher Managergehälter außerdem entgegenwirken, indem Unternehmen die Gehälter nur bis maximal eine halbe Million Euro als Kosten von der Steuer absetzen können. Dann gilt: je höher das Gehalt, desto teurer für das Unternehmen. Fette Bonuszahlungen an Manager, also sehr hohe zusätzliche Zahlungen zum Gehalt, zum Beispiel in Form von Aktienpaketen, wollen wir verbieten. Das schützt auch die Unternehmen davor, dass Manager sie für den Profit der Aktionäre ausschlachten und so den langfristigen Erfolg der Unternehmen gefährden. Der Regierung fehlt jedoch der Mut, sich mit den Konzernbossen anzulegen. (...)"

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