DAX-Manager verdienen im Schnitt das 71-fache des durchschnittlichen Angestellten

Auswertung der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Entwicklung von Managergehältern in DAX-Unternehmen" von Fabio De Masi und der Fraktion DIE LINKE im Bundestag

21.03.2019

Die Vorstandsvergütung in deutschen börsennotierten Unternehmen befindet sich auf einem historischen Höchststand. Eine Studie des IMU hat ergeben, dass ein Vorstandsmitglied in einem DAX-Unternehmen derzeit das 71fache des durchschnittlichen Angestellten verdient, die Vorstandvorsitzenden kommen sogar auf das 97fache. 1980 lag das Verhältnis im Durchschnitt noch beim 15fachen. Diese Entwicklung ist alarmierend und zeigt, dass die Unternehmen wachsende Einkommensdifferenzen zwischen Vorständen und Angestellten aus eigenen Stücken nicht unterbinden. Die kleine Anfrage befragt die Bundesregierung zur Effektivität bestehender rechtlicher Vorgaben für eine angemessene Vergütungspolitik sowie weiterem Handlungsbedarf hinsichtlich der Entwicklung von Vergütungsverhältnissen in DAX-Unternehmen. In der Antwort kommt die Bundesregierung zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Bundesregierung befindet, dass die derzeit geltenden rechtlichen Vorgaben die Vergütungspolitik in Unternehmen sowie im Banken- und Versicherungsbereich „wirksam regulieren“.
  • Über die Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) hinaus, sieht die Bundesregierung keinen weiteren Handlungsbedarf, sehr hohe Managergehälter gesetzlich zu begrenzen.
  • Zur Frage einer Beschränkung der steuerlichen Abzugsfähigkeit verweist die Bundesregierung darauf, „dass auch sehr hohe Managergehälter als Betriebsausgaben (…) abziehbar sind, wenn sie durch den Betrieb veranlasst wurden“ und Änderungen dahingehend nicht geplant seien.

Fabio De Masi, finanzpolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Bundestag:

Seit 2017 verdienen Manager von DAX-Konzernen durchschnittlich das 71fache ihrer Angestellten. In den 1980er Jahren betrug dieses Verhältnis noch das 15fache. Wenn ein DAX-Manager nach dreieinhalb Tagen mehr verdient hat als der durchschnittliche Angestellte im ganzen Jahr, hat dies nichts mehr mit Leistung und Haftung zu tun. Trotz Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Abgasbetrug in Vorstandsetagen, rollt dort der Rubel. Managergehälter sollten auf das 20fache der niedrigsten Gehaltsgruppe im Unternehmen begrenzt und exzessive Boni untersagt werden, um Unternehmen vor kurzfristiger Manager-Abzocke zu schützen. Der Präsident des Weltwirtschaftsforums in Davos, Klaus Schwab, ist da offenbar weiter als das SPD-geführte Ministerium."

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