Süddeutsche Zeitung: Grenze für Vorstandsgehälter

Eine Presseschau mit Fabio De Masi

28.01.2019

Süddeutsche Zeitung: Grenze für Vorstandsgehälter

"Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann fordert eine gründliche Reform der Verhaltens-Empfehlungen für Firmen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verlangt, den Entwurf des "Deutschen Corporate Government Kodex" zu überarbeiten, und zwar "gründlich". Dies schrieb DGB-Chef Reiner Hoffmann an Rolf Nonnenmacher, den Vorsitzenden der Regierungskommission, die derzeit an der Reform des Kodex arbeitet.

Hoffmann kritisierte vor allem, dass der Kodex es gutheiße, wenn Firmen wieder mehr auf kurzfristige als auf langfristige Ziele hinarbeiteten. Die Sorge gründet darauf, dass die Anteilseigner ihre Aufsichtsräte künftig "für nicht mehr als drei Jahre" berufen sollen. Die Begründung der Kommission: Ausländische Investoren mahnten kürzere Amtszeiten an. Außerdem helfe eine solche Befristung, schneller Mitglieder mit neuen Kompetenzen zu berufen, was wegen der Digitalisierung nötig sei. (...)

Darüber hinaus forderte der DGB-Chef schärfere Vorschriften zur Bezahlung der Vorstände und Aufsichtsräte - wegen des "kaum noch vermittelbaren" Anstiegs der Vorstandsvergütungen. Vor allem die variablen Vergütungs-Bestandteile müssten begrenzt werden; sie sollten künftig maximal doppelt so hoch sein wie die Grundvergütung. Und Konzerne sollten nicht länger die Altersvorsorge ihrer Vorstände absichern; dies könne denen selbst zugemutet werden. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche nach seinem Abschied im Mai jährlich voraussichtlich 1,55 Millionen Euro bekommen wird, also mehr als 4200 Euro pro Tag. Der Vizechef der Linken im Bundestag, Fabio de Masi, sagte dazu, eine solche Rente habe "nichts mehr mit Anstand und Leistungsgerechtigkeit zu tun"."

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