Kieler Nachrichten: Bundesregierung fehlt Übersicht bei umstrittenen Finanzangeboten

Eine Presseschau mit Fabio De Masi zur P&R-Pleite

16.10.2018

Kieler Nachrichten: Bundesregierung fehlt Übersicht bei umstrittenen Finanzangeboten

"Die Pleite des Containerdienstleisters P&R betrifft rund 54.000 Anleger, darunter auch viele Rentner oder Kleinsparer. Die Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht auf dem Grauen Kapitalmarkt ist lückenhaft. (...)

Der finanzpolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Fabio de Masi, sagte dem RND: „Die Bundesregierung lässt einen Schwarzmarkt auf dem Kapitalmarkt zu. Zahlen zu den Verlusten von Verbrauchern werden nicht erhoben.“ De Masi verwies auf die Verluste durch die Pleite des Containerdienstleisters P&R, dessen Gläubiger in dieser Woche zu einer der größten Gläubigerversammlungen der deutschen Nachkriegsgeschichte in München zusammenkommen. „Je nach Studie verlieren Verbraucher zwischen 20 und 30 Milliarden Euro pro Jahr durch unseriöse und hochriskante Produkte des Grauen Kapitalmarkts. Mancher Kleinanleger verliert dabei seine gesamten Lebensersparnisse. Da somit keine durchgreifende Regulierung zu erwarten ist, werden die finanziellen Verluste der P&R-Gläubiger leider nicht das Ende der Fahnenstange sein“, vermutet der Linke-Finanzpolitiker. „Wir brauchen deshalb eine verpflichtende öffentlich-rechtliche Zulassungsprüfung für Finanzinstrumente. Neben diesem Finanz-TÜV sind die Finanzanlagenvermittler der Aufsicht durch die BaFin zu unterstellen und der provisionsbasierte Verkauf von Finanzinstrumenten zu unterbinden. Die BaFin muss endlich zu einer inhaltlichen Prüfpflicht von Prospekten gezwungen werden.“"

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