Griechenlands 'Rettungsprogramm' endet – doch Experten warnen

Die Krise ist längst nicht vorbei. Eine Presseschau mit Fabio De Masi

20.08.2018

NZZ: Griechenlands Rettungsprogramm endet – doch Experten warnen

"Nach drei Hilfspaketen ist Griechenland finanziell wieder selbstständig. Experten warnen jedoch: Die Krise ist längst nicht vorbei.

Griechenland: Bei vielen Bürgern in der EU klingt das nach unendlicher Krise. Kein Land in Europa hat eine derart harte wirtschaftliche und soziale Rosskur hinter sich. Seit Ausbruch der Krise im Mai 2010 hat Griechenland rund 275 Milliarden Euro Hilfskredite der Eurozone und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Als Gegenleistung musste die Regierung in Athen schmerzhafte Reformen umsetzen: radikale Reduzierung der Staatsausgaben, herbe Einschnitte bei sozialen Leistungen wie der Krankenversicherung, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Heraufsetzung der Mehrwertsteuer. (...)

Dagegen übte die Linkspartei scharfe Kritik. „Die vermeintliche Griechenland-Rettung war eine Bankenrettung und hat das Land verwüstet“, sagte Fabio De Masi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken. De Masi rügte, dass Griechenland nach den Vorgaben der Eurozone bis 2060 Haushaltsüberschüsse vor Zinsen erzielen müsse. „Die Bundesregierung verweigert eine nachhaltige Umschuldung, um Griechenland noch etwa 30 Jahre an der kurzen Leine zu halten.“

Tatsächlich kam nur ein geringer Teil der drei Griechenland-Hilfspakete bei der heimischen Bevölkerung an. Mehr als 40 Milliarden Euro flossen zur Rückzahlung von Krediten an europäische Geldhäuser. Deutsche Institute waren besonders stark in Griechenland aktiv. Auch der Bundeshaushalt profitierte von der Begleichung der Schulden durch Athen."

Unsere Kritik an der Griechenland-Politik wird auch von der Berliner Morgenpost und der Bergedorfer Zeitung aufgegriffen.

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