taz: Die Macht eines Verbandes

Eine Presseschau mit Fabio De Masi zum Thema Korruption im Fußball

09.07.2018

taz: Die Macht eines Verbandes

"Fußball bewegt Menschen auf der ganzen Welt. Wie sehr, beweisen nicht zuletzt die aus einer Höhle geretteten Jungen. Eine ihrer ersten Fragen nach ihrer Rettung lautete: Wie steht es mit der WM in Russland? Doch Fußball – gerade der Spitzenfußball der WM – generiert viel Ungerechtigkeit. Oft geht es um Bestechlichkeit, Doping oder Rassismus. Doch wie sehr beeinflusst Korruption den Sport tatsächlich? Gerät das eigentliche Spiel ins Abseits? Und können Megaevents wie Weltmeisterschaften per se „sauber“ sein?

Diese Fragen sollten in der Veranstaltung „Schwarz, Weiß, Transparent – Kampf gegen Korruption im Fußball“ in Kooperation mit dem Berliner Verein „Gesellschaftsspiele“ im taz Café diskutiert werden. Auf dem Podium saßen Sylvia Schenk von Transparency International, Fabio De Masi, MdB Die Linke, sowie Journalist und ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt. taz-Redakteur und Leiter des WM-Sonderprojektes der taz Jan Feddersen moderierte die Diskussion. (...)

Fabio De Masi, stellvertretender Vorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, schafft es kaum in die Diskussion einzusteigen. Er spricht von Politikversagen, dem Haftungsprinzip und verweist auf die üblichen Steuertricks, die neben Google und Apple auch die Fifa anwende: Das seien „normale Mechanismen.“

Veranstaltungen wie die Fußball-WM komplett auszusetzen, fordert niemand; doch einig darin, dass etwas passieren muss, sind sich an diesen Abend alle. Wie – ob von innen, von außen, radikal oder reformatorisch – bleibt unklar. Wer Weltmeister werden will, muss auch die Fifa in kauf nehmen. Genau hier liegt das Problem und deshalb muss sich schnell etwas ändern: „Damit wir nicht in 50 Jahren zurückblicken“, schließt Seppelt, „und uns fragen, was da eigentlich los war.“

 

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