DIE LINKE nach dem Bundesparteitag

Eine Presseschau mit Fabio De Masi zum Bundesparteitag der LINKEN in Leipzig

10.06.2018
Parteitag der LINKEN: Ein reinigendes Gewitter

10. Juni 2018, Die Zeit: Von Versöhnung keine Spur

"Am Parteitagsende eskaliert der Streit um Sahra Wagenknecht. Sie verteidigt ihre Kritik an offenen Grenzen und wirbt für eine neue Bewegung. Das stößt auf Widerstand. (...)

Der Parteitag beschließt anschließend, die Debatte, die eigentlich gar nicht vorgesehen war, um eine Stunde zu verlängern. Der Redebedarf ist gewaltig, es gibt 100 Wortmeldungen. Unter denen, die sich äußern, halten sich Unterstützer und Kritiker Wagenknechts in etwa die Wage. Manche haben auch einfach die Schnauze voll von der ganzen Diskussion. "Ich frage mich, ob die Taxifahrer, die Pflegekräfte und die Leiharbeiter noch das Gefühl haben, dass sie hier vorkommen", schreit der Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi in den Raum und fordert: "Lasst den Quatsch."

Sehr viele Redner und Rednerinnen rufen dazu auf, sachlich und fair miteinander umzugehen. Persönliche Unterstellungen brächten sie nicht weiter, appelliert ein anderer. "Wir dürfen nicht vergessen: Der politische Feind steht nicht in diesem Raum, er ist woanders." Viele betonen auch, dass man sich nach dem Parteitag auf die eigentlichen Herausforderungen konzentrieren und den Streit einstellen müsse."

 

10. Juni 2018, Der Spiegel: Du zerlegst diese Partei gerade

"Eigentlich wollten die Linken auf ihrem Parteitag Ruhe stiften. Doch die Rede von Fraktionschefin Wagenknecht schürte die Wut. Das zeigt, wie gespalten die Partei ist - auch in der Flüchtlingsfrage. (...)

Etwa 100 Genossen wollen in der folgenden Stunde sprechen, mehr als jeder sechste Teilnehmer des Parteitags. Wer letztlich drankommt, wird ausgelost. Immer wieder appellieren Delegierte an die Geschlossenheit der Partei, mokieren sich über den "Kindergarten" der Funktionäre.

Doch die Anhänger der jeweiligen Lager blasen noch einmal zur Attacke.

Fabio De Masi zum Beispiel, Vizefraktionschef und enger Vertrauter von Wagenknecht: Er streite mit Kipping auch über eine Frage, erinnert er, über das bedingungslose Grundeinkommen. "Aber niemand stellt sich hier hin und versucht ein Tribunal über sie zu errichten."

Dann greift er ein Zitat von Kipping auf: "AfD light" - Kritiker meinen, die Parteichefin habe das einmal auf Wagenknecht bezogen. Kipping selbst dementiert. De Masi sagt: Wer Wagenknecht und andere mit AfD light gleichsetze, habe "zu nah an der Wand geschaukelt"."

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