Weg frei für Weidmann

Stühlerücken bei der EZB: Der nächste Präsident wird voraussichtlich ein deutscher sein

26.02.2018
Presseschau

21. Februar 2018, junge Welt, Simon Zeise: Weg frei für Weidmann 

"Berlin regiert Brüssel. Die 19 Euro-Finanzminister haben sich auf den Spanier Luis de Guindos als künftigen EZB-Vizepräsidenten verständigt, hieß es am Montag abend in Brüssel.

Die Personalie ist für Deutschland besonders bedeutsam, da die Nationalität des neuen Vizechefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Auswirkungen auf die Herkunft des neuen EZB-Präsidenten haben dürfte. Sollte ein Vizechef aus dem »Süden« kommen, würde ein Vertreter aus dem »nördlichen« Europa die im Herbst 2019 freiwerdende Stelle von EZB-Präsident Mario Draghi erhalten. Die Bundesregierung sähe am liebsten Bundesbankpräsident Jens Weidmann als Nachfolger Draghis. Weidmann ist geldpolitischer »Falke«.  

Der Bundestagsabgeordnete Fabio De Masi (Die Linke) kritisierte die Nominierung. Die EZB brauche in Zeiten von neuen Finanzmarktrisiken kluge Köpfe. »De Guindos entstammt einer konservativen Dynastie in Spanien, die sich durch Vetternwirtschaft, Immobilienblasen und Kürzungspolitik ausgezeichnet hat. Letztere hat zur permanenten Verletzung des Inflationsziels der EZB nach unten geführt, da die Löhne nicht vom Fleck kommen«, so De Masi. Die letztendliche Entscheidung für den EZB-Vizeposten treffen die EU-Staats- und Regierungschefs voraussichtlich bei ihrem Gipfel am 22. und 23. März."

 

 

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