Londons City fürchtet Brexit-Desaster

Der Spiegel berichtet. Eine Presseschau mit Fabio De Masi

23.12.2017

22. Dezember 2017, Spiegel, Markus Becker: Londons City fürchtet Brexit-Desaster

"Britische Dienstleister - allen voran aus der Finanzbranche - wollen auch nach dem Brexit Zugang zum EU-Binnenmarkt. Ein Handelsvertrag soll das ermöglichen. Die EU hat dazu eine klare Haltung: Nicht mit uns. (...)

Auch die Bundesregierung fürchtet, dass es an dieser Stelle noch Ärger geben könnte. Bei eventuellen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien "wären auch mögliche Auswirkungen auf bestehende Handelsabkommen mit Drittstaaten zu untersuchen", heißt es in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Fabio de Masi, die dem SPIEGEL vorliegt.

In Großbritannien gibt man sich zumindest äußerlich unbeeindruckt. Der britische Brexit-Minister David Davis wünschte sich kürzlich in der BBC sogar einen "Kanada plus plus plus"-Deal: Der kürzlich abgeschlossene Ceta-Vertrag mit Kanada "plus das Beste aus Japan, das Beste aus Südkorea und der Teil, der in beiden fehlt, nämlich die Dienstleistungen".

Barnier erteilte dem prompt eine Absage: Für Finanzdienstleistungen gebe es in einem künftigen Handelsvertrag "keinen Platz": "Es existiert kein einziges Handelsabkommen, das für Finanzdienstleistungen offen wäre." De Masi bezeichnet die britischen Wünsche als "Quadratur des Kreises": "Wenn die EU den Briten mehr anbietet, müssen dass auch die Kanadier bekommen", so de Masi. Ein Abkommen nach dem Vorbild von Ceta wäre "völlig inakzeptabel" und würde "die Regulierung der Finanzmärkte weiter aufweichen"."

 

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