Kampf um die Konzernmilliarden

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine EU-Steuerreform, bei der Deutschland viel gewinnen - aber auch viel verlieren könnte.

28.11.2017

28. November 2017, Süddeutsche Zeitung, Bastian Brinkmann: Kampf um die Konzernmilliarden

"Die Wut über die Steuertricks von Apple und anderen Konzernen ist groß. Eine Reform der Unternehmensteuern ist daher aus Sicht vieler ein hehres Ziel, und tatsächlich gibt es derzeit in Brüssel Debatten über eine mögliche Reform. Doch dahinter steckt auch ein großer Verteilungskampf unter den EU-Staaten um die Milliarden der Konzerne, zeigt eine neue Studie der Organisation Tax Justice Network im Auftrag der Fraktion der Europäischen Linken im EU-Parlament. Denn eine europäische Steuerreform würde nicht einfach alle Länder reicher machen - manche würden auch verlieren. Vor allem die Steueroasen in Europa könnten massiv einbüßen. (...)

Fabio De Masi von der Linkspartei ist daher skeptisch: "Ob es jemals zu einer Verteilung der Gewinne kommt, steht in den Sternen, da alle EU-Staaten zustimmen müssen", sagt der Bundestagsabgeordnete, der vor Kurzem noch im Europäischen Parlament saß. Die Harmonisierung der Bemessungsgrundlage ohne Verteilung der Gewinne sei die schädlichste Variante. Er schlägt einen nationalen Alleingang vor, auch um Druck auf europäische Steueroasen zu machen: "Besser wäre es, alle aus Deutschland abfließenden Dividenden, Zinsen oder Lizenzgebühren an der Quelle zu besteuern", sagt er."

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