Kritik an »Drückerkolonne« der Steueroasen

Süddeutsche Zeitung und Neues Deutschland berichten. Eine Presseschau zur Big Four-Studie

05.07.2017
Presseschau

In der von der Linksfraktion im Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Studie ‚The Big Four - A Study of Opacity‘ nehmen die Autoren die Aktivitäten der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften unter die Lupe. Eine Presseschau:

4. Juli 2017: Süddeutsche Zeitung, Jan Willmroth: Geheimniskrämer

"Auf dem Weg ins selbstgebastelte Steuerparadies kommt man an den großen Beratungsfirmen nicht vorbei. Sie wissen am besten, wie man staatliche Steuergesetze gegeneinander ausspielt, wie Konzerne Milliarden kreativ hin- und herschieben können, um ihre Schuld beim Fiskus möglichst gering zu halten. Veröffentlichungen wie die Luxemburg-Leaks, die in den vergangenen Jahren die Steuertricks multinationaler Konzerne öffentlich machten, haben daran kaum etwas geändert. Es sind die wichtigsten Wirtschaftsprüfer der Welt, für die gleichzeitig Steueroptimierung zum Tagesgeschäft gehört. Zumindest daraus machen sie kein Geheimnis.Eine bislang unveröffentlichte Studie im Auftrag der Linken im Europaparlament zeigt auf, wie undurchschaubar diese Firmen aufgebaut sind. Die Strukturen der vier größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften - bekannt als "Big Four" - ermöglichen es demzufolge erst, zweifelhafte Steuertricks zu verstecken. Es ist das vielleicht größte Paradoxon der globalisierten Wirtschaft im 21. Jahrhundert: Ausgerechnet jene Firmen, die ein funktionierendes System garantieren, bauen Konzernmanagern legale Taschenspielertricks, um Milliarden vor dem Staat zu verstecken. (...)

Der Linken-Abgeordnete Fabio de Masi ist Vizevorsitzender des Untersuchungsausschusses zu Geldwäsche, Steuerhinterziehung und -vermeidung im EU-Parlament. Er sagt: "Die vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind die Drückerkolonne von Schattenfinanzplätzen und Steueroasen." Mit ihrer konfusen Firmenstruktur schützten sie sich und ihre Kunden vor regulatorischer Kontrolle und verschleierten die Größe ihrer Tätigkeiten und Gewinne - gerade an Orten wie Luxemburg, Cayman Islands oder den Bermudas."

Der gesamte Artikel kann hier online gelesen werden.

 

5. Juli 2017: Neues Deutschland: De Masi: Kritik an »Drückerkolonne« der Steueroasen

"Wie eng sind große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit Steueroasen und Schattenfinanzplätzen sowie deren undurchsichtigen Unternehmensstrukturen vernetzt? Darauf wirft nun eine von der Linksfraktion im Europäischen Parlament in Auftrag gegebene Studie ein kritisches Licht. Es geht um die »vier Großen« der Branche - Deloitte, PwC, KPMG und EY, deren wirtschaftlichen Aktivitäten Richard Murphy von der City University London und Seila Naomi Stausholm von der Copenhagen Business School unter die Lupe nehmen. (...)

Der Bericht zeige, dass sich die »vier Großen« mit einer komplizierten Unternehmensstruktur versuchen, sich selbst und ihre Kunden vor regulatorischer Kontrolle zu schützen. Sie »verschleiern die Größe ihrer Tätigkeiten und Gewinne«, so De Masi.Es sei ein »Märchen«, dass es sich bei den vier Gesellschaften um ein Netzwerk unabhängiger Firmen handelt. »Diese Unternehmen müssen daher endlich als das gesehen werden, was sie sind: große, multinational agierende Konzerne. Das würde ihre Regulierung maßgeblich erleichtern und man könnte sie für ihre internationalen Aktivitäten besser zur Verantwortung ziehen«, sagte der Europapolitiker. Seine Forderung: »Das Prüfungs- und Steuerberatungsgeschäft muss endlich strikt getrennt werden und schwere Beihilfe zu Steuerhinterziehung hart sanktioniert werden, etwa mit dem Entzug der Geschäftslizenz. Transparenz über aggressive Steuerplanung, wie von der EU-Kommission angestrebt, ist nicht ausreichend und ein Offenbarungseid für die lückenhafte EU-Steuerarchitektur.« "

Der komplete Artikel kann hier gelesen werden.

Am 06.Juli 2017 berichete auch der Schweizer Tages Anzeiger unter der Überschrift «Big Four» verschleiern ihre Geschäfte über die Studie.

Auch die online-Plattform Euractiv veröffentlichte am 6. Juli 2017 anlässlich der Studie einen Artikel, den man hier nachlesen kann.

 

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