Presseschau: Offener Brief an die Fifa (Süddeutsche)

Die Süddeutsche berichtet über den offenen Brief an Fifa-Präsident Gianni Infantino

12.10.2016

Die Süddeutsche Zeitung berichtete über den offenen Brief verschiedener EU-Abgeordneter fast aller Fraktionen an Fifa-Präsident Gianni Infantino. Der Brief fordert die FIFA aus, fünf israelische Siedlungsklubs entweder in das Gebiet der international anerkannten israelischen Grenzen verlegen oder vom Israelischen Fußballverband auszuschließen. Der Brief wurde auch von Fabio De Masi unterzeichnet.

"[...] Sport ist Politik und damit die Fortsetzung des Konflikts mit anderen Mitteln. Vor allem für die Palästinenser bietet sich hier manche Möglichkeit, die Israelis auch einmal in die Defensive zu drängen. Nun haben die Fußball-Funktionäre in Ramallah um den kernigen General Dschibril Radschub Hilfe bekommen aus dem EU-Parlament: Rund 60 Abgeordnete wollen nächste Woche einen Brief an Gianni Infantino, den Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, schicken, in dem sie den Ausschluss von fünf israelischen Klubs aus dem Ligabetrieb fordern. Der Grund: Die Mannschaften stammen aus den jüdischen Siedlungen, die völkerrechtswidrig auf dem seit 1967 besetzten palästinensischem Territorium gebaut wurden. [...]

Unter den EU-Parlamentariern, die den Brief unterzeichneten, ist auch der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi. "Als deutscher Abgeordneter gehe ich natürlich an alle Entwicklungen, die Israel betreffen, mit der gebotenen Vorsicht heran", sagt er. "Aber ich habe mich trotzdem dafür entschieden, hier zu unterzeichnen, weil ich glaube, dass völkerrechtliche Grundsätze und die Fifa-Statuten Anwendung finden müssen." Der Sport, so meint er, habe "immer gut daran getan, nicht zu stark politisiert zu werden". Doch hier sieht er die Politisierung in den "Doppelstandards", mit denen die Siedlungsklubs behandelt würden. Dies gelte es zu korrigieren. [...]",

Der Artikel "Siedler im Minenfeld" erschien am 09.09.2016 und kann auf der Webseite kostenfrei abgerufen werden.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 12.10.2016 nochmals über die Fußballvereine. Nach dem offenen Brief diskutiert die FIFA nun einen Ausschluss der Siedlerclubs.

"[...] Die Abgeordneten verweisen auf die FIFA-Statuten. Danach darf kein Club auf dem Gebiet eines anderen Verbandes ohne dessen Zustimmung und der Zustimmung der FIFA spielen. "Wir verhandeln auf dem Platz auch nicht darüber, ob eine Blutgrätsche eine Rote Karte ist oder nicht", sagt einer der Unterzeichner, der Linke-Abgeordnete Fabio De Masi. "Es gibt im Sport einfach Regeln, und ich glaube, dass sich die FIFA an ihre eigenen Regeln halten muss und dass auch die völkerrechtlichen Grundsätze gelten müssen." [...]

Die FIFA steckt weiter im politischen Dilemma. Der Dauerkonflikt beschäftigt sie schon lange. Palästinas Verband beklagte, die israelischen Sicherheitskräfte würden ihre Spieler gängeln, sie bekämen beispielsweise keine Ausreisegenehmigungen von Israel. Die FIFA richtete eine Task Force ein, der ehemalige südafrikanische Freiheitskämpfer Tokyo Sexwale wurde zu deren Vorsitzendem berufen. [...]"

Der Artikel "FIFA im Dilemma: Israelischen Siedlerclubs droht Ausschluss" erschien am 12.10.2016 und kann auf der Webseite kostenfrei abgerufen werden.

Auch die Jüdische Allgemeine berichtet in einem Artikel über den offenen Brief und den Drohenden Ausschluss der Siedlerclubs:

"Der Weltfußballverband FIFA will die Frage, ob sogenannte Siedlerklubs weiter im israelischen Ligabetrieb mitspielen dürfen, »mit allen Parteien diskutieren« und zwar im Rahmen eines Untersuchungsausschuss zum Fußball im Nahen Osten, dem Vertreter des palästinensischen und des israelischen Fußballverbandes angehören. 

So steht es in dem Antwortschreiben des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino an 66 Abgeordnete des Europaparlaments, das in diesen Tagen verschickt wurde. Die EU-Politiker hatten sich vor wenigen Tagen mit der Forderung an den Weltverband gewandt, »Siedlerklubs« wie Beitar Maale Adumim, Beitar Ironi Ariel oder Beitar Givat Zeev vom israelischen Spielbetrieb auszuschließen. Der Brief wurde von dem EU-Abgeordneten Alyn Smith (Schottische Nationalpartei) initiiert. Die deutschen Unterzeichner sind Arne Lietz, Norbert Neuser (beide SPD), Klaus Buchner (ÖVP) und Fabio De Masi (Die Linke). [...]

Der Artikel "»Siedlerklubs« im Abseits?" erschien am 20.10.2016 und kann auf der Webseite der Jüdischen Allgemeinen kostenfrei abgerufen werden.

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