Fabio De Masi

Newsletter von Fabio De Masi

Liebe Freundinnen und Freunde, 

ich wünsche Ihnen und Euch nachträglich einen guten Jahreswechsel. Das neue Jahr beginnt mit der Entführung eines Staatsoberhauptes durch die US-Regierung, um sich das Öl Venezuelas zu sichern, und mit einem Intrigantenstadl beim BSW Brandenburg, wo einstige BSW-Minister nun eine SPD-CDU Koalition ermöglichen, obwohl sie kürzlich jedes Gerücht über einen Seitenwechsel noch dementierten. Der Schaden für das BSW und für die Demokratie ist natürlich enorm. Aber wir lassen uns nicht erpressen. 

In diesem Newsletter geht es unter anderem um meine Klage gegen die EU-Kommission von Ursula von der Leyen, die ihre Kontakte zur Rüstungsindustrie nicht offenlegen will, Altersarmut und verlogene Rentendebatten sowie eine völlige Intransparenz bei dem Gehalt der EZB-Präsidentin sowie fragwürdige EU-Sanktionen gegen unliebsame Meinungen. Damit schwächt die EU ihre Kritik an US-Sanktionen gegenüber EU-Bürgern.

Ausserdem ein Lesetipp: 

Mein Kollege im Europäischen Parlament, der frühere UN-Diplomat Michael von der Schulenburg, hat gemeinsam mit dem früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, sowie dem Historiker Peter Brandt einen alternativen Friedensplan für die Ukraine entwickelt, in dessen Mittelpunkt UN-Friedenstruppen, eine de-militarisierte Zone und eine überlebensfähige Ukraine stehen.

Jetzt lesen

Frau von der Leyen vor Gericht

Ich habe beim Gerichtshof der Europäischen Union Klage gegen die EU-Kommission eingereicht. Gegenstand ist ihre unzureichende Offenlegung von Kontakten der EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zur Rüstungsindustrie. Die Klage wird vom früheren Verfassungsrichter Prof. Christoph Degenhart betreut. 

Frau von der Leyen hält sich für Ludwig XIV. Sie ist vom Beschaffungsfilz der Bundeswehr bis zur Pfizer-Affäre immer wieder durch Missmanagement und Löschung von Akten in Erscheinung getreten. Es gab sogar europäische Gerichtsurteile gegen die EU-Kommissionspräsidentin. Bei der Hochrüstung drohen neue Beschaffungsskandale. Frau von der Leyen weigerte sich zunächst über Monate, meine parlamentarische Anfrage zu ihren Kontakten zur Rüstungsindustrie zu beantworten, und tat dies dann erst nach mehrfacher Aufforderung der Präsidentin des EU-Parlaments – und auch dann nur unvollständig. Ich werde daher die Rechte des vom Volk gewählten Europäischen Parlaments gegen die EU-Kommission vor dem EU-Gericht einklagen. 

Zur Berichterstattung in den Medien (Die Welt, TAZ, Tagesspiegel u.a.):

https://www.fabio-de-masi.de/de/article/4708.hält-sich-für-ludwig-xiv-bsw-chef-de-masi-verklagt-kommissionspräsidentin-von-der.html 

Hollywood in Caracas: Raubüberfall mit dem US-Militär

Was wir aktuell in Venezuela erleben, ist kein Einsatz für Demokratie, sondern das Faustrecht zur Kontrolle venezolanischer Ölressourcen. Donald Trump erklärt offen, man regiere Venezuela und seine Ölfelder nun faktisch mit. Die Regierung darf weitermachen – solange US-Konzerne beteiligt werden. 

Die Reaktionen westlicher Regierungen zeigen, wie schnell das Gerede von Völkerrecht und Gewaltverbot fällt, wenn es geopolitisch opportun erscheint. Wer das rechtfertigt, tut Putin in der Ukraine einen Gefallen. 

Im Spiegel kam ich zu Wort: 

»Trump wolle »das venezolanische Öl rauben«, erklärte der Chef des BSW, Fabio De Masi. »Der US-amerikanische Botschafter sollte sofort einbestellt werden. Es ist dabei unerheblich, wie man die venezolanische Regierung bewertet, die Anlass zur Kritik gibt.«

Spiegel:
https://www.spiegel.de/politik/deutsche-reaktionen-auf-us-militaereinsatz-in-venezuela-von-putsch-bis-signal-der-hoffnung-a-c0760240-99cb-4661-8adf-6fe791aee755 

Altersarmut: Der größte soziale Sprengstoff

Zahlen des BSW zeigen: 3,7 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland sind von Armut bedroht. Statt das Rentensystem zukunftsfest zu machen, mit einem Renetnsystem wie in Österreich, wo alle einzahlen, werden ältere Menschen zu Sündenböcken gemacht. Deutschland hat eines der schlechtesten Rentensysteme Europas – rund zehn Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt.  

Bei Stern/AFP komme ich zu Wort
https://www.stern.de/news/3-7-millionen-rentner-in-deutschland-von-armut-oder-sozialer-ausgrenzung-betroffen-37002824.html 

Jacques Baud wegen Ukraine-Propaganda sanktioniert – Cancel Culture?

Die Grenzen der Meinungsfreiheit bestimme das Strafrecht, „und Meinungskorridore dürfen nicht durch willkürliche Sanktionen immer enger gezogen werden“. Dadurch entstehe ein „immer stärkerer Konformitätsdruck in Politik und Medien“, so De Masi. Ein Gutachten im Auftrag zweier Europaabgeordneter komme zu dem Schluss, dass die Sanktionen nicht mit internationalem und europäischem Recht vereinbar seien. Das BSW kritisiere daher sowohl die Sanktionen gegen Jacques Baud als auch die Bedrohung der Meinungsfreiheit in den USA.

Zur Berichterstattung der Frankfurter Rundschau:
https://www.fr.de/politik/jacques-baud-wegen-ukraine-propaganda-sanktioniert-cancel-culture-94114189.html

Zum Rechtsgutachten im Auftrag meiner BSW-Kollegen im EU-Parlament, an dem die erste deutsche EuGH-Richterin mitgewirkt hat:
https://bsw-ep.eu/wp-content/uploads/Rechtsgutachten_Sanktionen_gegen_natuerliche_Personen_BSW_von_der_Schulenburg_Firmenich.pdf

Bundeswehr hat keine Kapazitäten zur Ukraine-Sicherung

»BSW-Chef Fabio De Masi lehnt eine deutsche Beteiligung an der Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine ab. "Die Bundeswehr hat weder Kapazitäten noch Fähigkeiten, den Frieden in der Ukraine zu sichern", sagte De Masi am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er warf Kanzler Friedrich Merz (CDU) zudem vor, mit dem Feuer zu spielen. Es sei lebensfremd anzunehmen, Russland würde einer Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine zustimmen.« 

Zur Berichterstattung im Stern:
https://www.stern.de/news/bsw-chef-de-masi--bundeswehr-hat-keine-kapazitaeten-fuer-ukraine-sicherung-37017246.html 

Brandenburg: Die AfD wird es feiern

In Brandenburg haben sich die Ereignisse weiter zugespitzt. Nach dem faktischen Koalitionsbruch durch unseren früheren BSW-Minister Robert Crumbach und Ministerpräsident Woidke haben nun auch die letzten beiden verbliebenen BSW-Minister die Partei verlassen. Damit wird der Weg für eine SPD/CDU-Regierung bereitet, die von den Bürgerinnen und Bürgern klar abgewählt wurde. 

Meine Co-Bundesvorsitzende Amira Mohamed Ali erklärte dazu: 

Der Bruch der Koalition durch Herrn Woidke ist verantwortungslos. Er ebnet damit einer SPD/CDU-Regierung den Weg, die von den Bürgern klar abgewählt wurde. Er geht damit einen für ihn bequemen, aber von den Wählern nicht legitimierten Weg. Das BSW bleibt standhaft, auch wenn das unbequem ist. Wir haben uns mehrfach klar zum Koalitionsvertrag bekannt, den wir nie gebrochen haben. Wir stehen zu unserem Wort. 

Im SPIEGEL habe ich die Vorgänge deutlich benannt: 

Hinter den Austritten steckt ein „Intrigantenstadl für die eigene Karriere“. Einer der beiden heute ausgetretenen BSW-Minister beteuerte gestern Abend gegen 21 Uhr noch, dass er auf keinen Fall vorhabe, aus dem BSW auszutreten. Auch Herr Crumbach hatte noch kurz vor Weihnachten seine Treue zur Partei bekundet. So zerstört man jedes Rest-Vertrauen in Demokratie! 

SPIEGEL-Bericht:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/brandenburg-zwei-verbliebene-bsw-minister-verlassen-ebenfalls-partei-a-29fb2b89-3bc3-481a-a347-a11accc1aa6d 

Noch einmal klar gesagt:
Nicht wir haben diese Koalition beendet. Sie wurde von jenen zerstört, die lieber mit der CDU Politik gegen das Votum der Mehrheit machen wollten – und offenbar seit Wochen auf diesen Bruch hingearbeitet haben. 

EZB: Hohe Gehälter, geringe Transparenz 

Dass die EZB-Präsidentin deutlich höhere Bezüge erhält als bislang ausgewiesen, ist ein Skandal. Wer so viel Macht über Geldpolitik ausübt, muss auch höchsten Transparenz- und Rechenschaftsstandards genügen.

In der Financial Times fordere ich, dass die EZB die EU-Gesetzgebung zur Gehaltstransparenz für die Vorstände börsennotierter Unternehmen anwendet:
https://www.ft.com/content/c7cd22f0-efe5-40de-a448-fa9075926a6a 

Weitere Berichte und Presseschau 

In meiner aktuellen Presseschau finden sich weitere Berichte – unter anderem zu meiner Kritik an den steigenden Zusatzbeiträgen in der Gesetzlichen Krankenkasse: https://www.fabio-de-masi.de/de/topic/33.presseschau.html 

Zum Schluss 

Trotz all der Krisen wünsche ich Euch und Euren Familien ein gesundes, friedliches und zuversichtliches neues Jahr. Wir werden uns nicht entmutige lassen und weiter für unsere Anliegen streiten! 

Herzliche Grüße
Fabio De Masi 

Fabio De Masi,
Mitglied des Europäischen Parlaments (Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft)

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