Fabio De Masi

Liebe Freundinnen und Freunde,

in diesem Newsletter habe ich spannende Neuigkeiten zu den Netzwerken in den Geheimdiensten rund um Jan Marsalek zu berichten.

In der Welt am Sonntag enthülle ich exklusiv, dass der frühere militärische Berater der Bundeskanzlerin, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, der an einem dubiosen Abendessen mit Jan Marsalek, Nicolas Sarkozy und weiteren hochrangigen Persönlichkeiten teilnahm, mir anbot in einen dubiosen Beirat um den österreichischen Milliardär und Immobilleninvestor Cevdet Caner zu kommen, und die Spur zum flüchtigen Wirecard Manager Marsalek von Russland wegfüren wollte. Ich finde nicht alles falsch was Vad in jüngerer Zeit in Talkshows und Interviews zum Krieg in der Ukraine sagt, wo er um Besonnenheit wirbt. Dies ändert aber nichts daran, dass man sich auch nicht zum Instrument Russlands machen darf.

Der besagte Caner ist der Strippenzieher hinter der Adler Gruppe, die ebenso wie Wirecard in den Fokos der selben Börsenspekulanten geriet, die gegen Wirecard wetteten. Die Bilanz der Adler Gruppe wurde ebenso von den Wirtschaftsprüfern von KPMG untersucht und nicht testiert. Und Caner unterhielt Verbindungen zu Marsalek und dessen Partner in Crime O'Sullivan.

Ich vermute daher, dass es ein Netzwerk in unseren Sicherheitsbehörden gab, das mit Marsalek zusammen gearbeitet hat und Unternehmen für Geldwäsche, Zahlungsabwicklung für nachrichtendienstliche Operatonen und Abschöpfung von Zahlungsflüssen genutzt hat. Über die Hintergründe sprach ich in einem Cicero Interview.

Ich habe daher bereits im Hebst 2021 öffentlich vor der Adler Gruppe gewarnt, die nun auch in Hamburg in Verbindung mit dem Holsten-Areal in die Schlagzeilen geriet. Denn der Hamburger Senat verzichtete darauf das Holsten Areal selbst günstig zu erwerben. Nun gehört es der Adler Gruppe und es ist zweifelhaft ob die versprochenne Wohnungen dort noch enstehen werden.

Weitere Themen in der Presseschau mit mir sind die Kanzlerprivillelegien (Tagesspiegel) sowie der Schutz von Whistleblowern (Financial Times).

Ausserdem eine Lesetip. Das einflussreiche Editorial Board der New York Times, das den massgeblcihen aussenpolitischen Konsens in den USA skizziert, wirbt nunmehr für eine Verhandlungslösung und warnt vor einem langen frozen conflict in der Ukraine. Die Berliner Zeitung titelt hierzu: 

"Neue Haltung zur Ukraine: New York Times klingt plötzlich wie Sahra Wagenknecht"

Am 23. Juni halte ich einen Gastvortrag zu Wirecard bei den Alumni der Sparkassen Stiftung für die Wissenschaft

Herzliche Grüße aus Südafrika,

 

Fabio

 

Marsalek: Most Wanted! Wirklich?

Vollständigen Artikel in der Welt am Sonntag lesen

Kaum einer hat sich mit den Verstrickungen um Wirecard so intensiv befasst wie der Linke-Politiker Fabio De Masi, auch als Obmann seiner Fraktion im entsprechenden Untersuchungs-ausschuss. Er sagt heute, er glaube, dass die deutschen Nachrichtendienste längst mehr über Marsalek wussten. Immerhin habe sogar Ex- Staatsminister Schmidbauer dessen Treiben verfolgt: „Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass der BND von diesen Aktivitäten nichts mitbekommen hat.“

(...)

Selbst einige mit Beziehungen zum Berliner Politbetrieb legten offenkundig weiter falsche Fährten. Fabio De Masi berichtet WELT AM SONNTAG abenteuerliche Dinge, und zwar über den ehemaligen Bundeswehrgeneral und früheren Berater von Kanzlerin Angela Merkel Erich Vad. Vad hatte an Abendrunden mit Marsalek im Münchner „Käfer“ teilgenommen. Vad kam nun im Juli 2021 auf Politiker De Masi zu und sagte diesem laut dessen Aussage, „dass sich Herr Marsalek nicht in Russland befände und der israelische Mossad herausfinden könne oder vermutlich Kenntnisse davon habe, wo sich Marsalek aufhalte und er sich diesbezüglich erkundigen wolle“. Dass es dieses Gespräch zwischen ihm und dem früheren Kanzlerberater gab, hat De Masi in einer Eidesstattlichen Versicherung festgehalten.

Vad kam jüngst in die Kritik, weil es klang, als ob er russische Verbrechen in der Ukraine rela- tivierte. Glaubt man dem, was De Masi über ihn versichert, dann berät der Ex-General heute nach eigenen Worten auch einen umstrittenen österreichischen Immobilienunternehmer namens Cevdet Caner. Der bestreitet das. Aber sicher ist: Caner kennt Jan Marsalek, wenn auch laut eigenen Angaben nur flüchtig und über einen gemeinsamen Bekannten. In einem Mail- wechsel im September 2014 tauschte er sich mit dem Freund und Marsalek in vulgärem Ton („You fukkas“) über ein mögliches Treffen aus.

Stimmt es, dass Vad versuchte, beim Politiker De Masi Zweifel über den Aufenthaltsort Marsaleks zu streuen? Auf Anfrage bestätigt Vad, sich zweimal mit De Masi getroffen und „spekulative Mutmaßungen ausgetauscht“ zu haben – „über die Flucht und den möglichen Verbleib“ Marsaleks. Zu Details äußerte sich Vad nicht. De Masi fragt sich nun, ob es wohl „eine Wirecard-Connection im Umfeld unserer Sicherheitsbehörden“ gibt.

Auch Geheimdienstexperte Schmidbauer lenkte im Fall Marsalek in geheimer Sitzung im Bundestag den Verdacht weg von Moskau. (...)

 

Lex Schröder? Die Privilegien der KanzlerInnen

Vollständigen Artikel auf Tagesspiegel lesen

Der Linken-Finanzpolitiker und frühere Bundestagsabgeordnete Fabio de Masi ist für eine radikalere Reform: „Einfach ein Sekretariat für alle AltkanzlerInnen - ohne Fußballmannschaften an Mitarbeitern. Und dazu noch Personenschutz“, twitterte er.

Ps. Genau genommen habe ich zur ganzen Debatte um den Altkanzler Gerhard Schröder gesagt:

"Ich verstehe das ganze Getue um die Amtsausstattung für Schröder nicht. Statt einer LexSchröder einfach ein Sekretariat für alle AltkanzlerInnen ohne Fußballmannschaften an Mitarbeitern und dazu noch Personenschutz. Nebeneinkünfte von Ruhegehalt abziehen und gut ist!"

Germany’s corporate whistleblowers stuck in legal nowhere land

Read full article on FT.com

“Whistleblowers are protecting the long-term success of companies and the integrity of government actions, but often put their professional life on the line,” said Fabio De Masi, a former MP turned white-collar crime specialist

Fabio De Masi,
»Finanzdetektiv« und Autor

Website

Facebook Twitter YouTube

Wenn Sie diesen Newsletter nicht weiter beziehen wollen, können Sie hier ihre E-Mail-Adresse aus dem Verteiler austragen