In der Hand der Politik: Wer hat Angst vor der eigenen Währung - oder: Ist der Euro reformierbar?

Ein Beitrag zur Eurokrisen-Debatte im Neuen Deutschland von Dirk Ehnts

02.09.2015

Der Ökonom Dirk Ehnts entgegnet in seinem Debattenbeitrag einigen Argumenten der Euro-Befürworter und vergleicht dazu die Entwicklung der Eurozone mit EU-Ländern, die nicht dem Euro beigetreten sind:

[Zwei politische Argumente der Euro-Befürworter sind:] Der Austritt aus dem Euro würde zu weniger Europa führen und die nationalistischen Kräfte stärken. Zum ersten Punkt kann ich nicht viel sagen. Ist »mehr Europa« immer gut? Was genau bedeutet »mehr Europa«? Wenn ich mir die Entwicklungen der letzten Jahre anschaue, dann sehe ich immer mehr Entscheidungsgewalt in informellen Gremien und damit außerhalb des demokratischen Systems angesiedelt, wie beispielsweise der Eurogruppe. Ich sehe, dass die fundamentalen Grundrechte der Europäer in Bezug auf das Recht auf Arbeit oder auch den Zugang zum Gesundheitssystem missachtet werden, meist mit dem Hinweis auf die unmögliche Finanzierbarkeit. Die Europäische Zentralbank mit dem Ziel der Inflationsbekämpfung aber ohne gleichgewichtetes Ziel des Wachstums ist ebenfalls problematisch, wobei aber beim aktuellen Nullzins praktisch nicht mehr viel zu machen ist. Das Fehlen einer fiskalischen Komponente zur Konjunkturstützung ist meiner Meinung nach der schwerste Geburtsfehler des Euros.

Die Probleme des Euro sind von US-amerikanischen und britischen Ökonomen im Vorfeld immer wieder thematisiert worden. Die Briten blieben, wie auch die Dänen und die Schweden, dem Euro fern. Kann der Euro so modifiziert werden, dass er zu einem Geldsystem wird, welches nicht zu Massenarbeitslosigkeit, Deflation und Wachstumsschwäche führt? Theoretisch ja. Es läge an den politischen Parteien, Konzepte für eine Reformierung des Euros auszuarbeiten und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen. Die bisherigen Reformen waren kontraproduktiv: Schuldenbremse, Fiskalpakt, etc. werden die Lage wohl sogar noch verschlimmern.

Lesen Sie den gesamten Beitrag auf der Seite des Neuen Deutschland.

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