Den linken Euro gibt es nicht

Beitrag von Martin Höpner zur linken Grexit-Debatte

17.08.2015
Martin Höpner

Die neue, derzeit auf neues-deutschland.de geführte Euro-Debatte beeindruckt im Hinblick auf Umfang und Qualität. [...] In der Debatte gibt es Pessimisten und Optimisten. Die eher pessimistischen Stellungnahmen befürchten, dass die Europäische Union und im Besonderen der Euro derart neoliberal vermachtet sind, dass sie fortschrittlichen Politikprojekten keine Räume mehr öffnen und vorhandene Räume sogar schließen. Die eher optimistischen Stellungnahmen wollen sich damit nicht zufriedengeben und rufen dazu auf, für eine Veränderung der europäischen Mehrheiten und damit für eine demokratische und soziale Ausgestaltung der Europäischen Union und des Euro zu kämpfen.

Gemein ist beiden Seiten, dass sie Analysen von Kräfteverhältnissen in das Zentrum ihrer Überlegungen rücken. Dem liegt die Vorstellung einer im Prinzip gesellschaftspolitisch neutralen Währungsunion (auf die ich mich hier konzentrieren werde) zugrunde, die sich je nach Kräfteverhältnis demokratisch und sozial, oder aber autoritär und neoliberal aufladen lässt. Bei aller Notwendigkeit der Analyse gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse unterschätzt eine solche Betrachtungsweise die strukturellen Zwänge, die vom Euro selbst ausgehen.

[...]

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Martin Höpner ist Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und außerplanmäßiger Professor an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Vergleichende Politische Ökonomie und die Politische Ökonomie der europäischen Integration.

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