Steuerdumping & Gehaltsexzesse bei Ronaldo, Neymar & Co

Der UEFA-Präsident antwortet Fabio De Masi auf ein Schreiben zum Beckham-Gesetz und den Football Leaks und fordert von der EU Maßnahmen gegen Steuerdumping der nationalen Regierungen, die sich von den großen Clubs ausspielen lassen.

04.08.2017
Cristiano Ronaldo

 

3. August 2017, Süddeutsche Zeitung: Fußball-Gehälter: Neue Lösungen

"Der europäischen Fußball-Union Uefa sind Steuerprivilegien für Fußballprofis, wie sie lange Zeit in Spanien existiert haben, aus Angst vor einer Verzerrung der internationalen Klub-Wettbewerbe offenbar ein Dorn im Auge. Dies geht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus einem Brief von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin an den Europaabgeordneten Fabio De Masi hervor. "Wir prüfen derzeit aktiv mehrere konkrete Maßnahmen, um im europäischen Fußball eine größere sportliche Ausgeglichenheit wiederherzustellen", schreibt Ceferin. Dies geschehe "nicht zuletzt deshalb, weil wir feststellen müssen, dass die 'Marktkräfte' allein ein solches Ergebnis nicht bewerkstelligen werden", fügt der Uefa-Präsident hinzu. (...)

Ausgangspunkt des Briefwechsels zwischen dem Ökonomen De Masi und Ceferin waren die Bestrebungen von Champions-League-Sieger Real Madrid, Spaniens konservative Regierung zu einer Reform der Steuergesetzgebung zu bewegen. Die spanischen Spitzenklubs hätten zunehmend Schwierigkeiten, Top-Stars zu verpflichten, da die Steuerlast für Fußballprofis insbesondere in England geringer sei, erklärte Real Madrids Generaldirektor José Ángel Sánchez. (...)

In seinem Brief betont Ceferin die Notwendigkeit, für eine größere Transparenz in der Fußballindustrie zu sorgen. Dabei seien auch "einfallsreiche Lösungen" vonnöten. (...)

De Masi, seit 2014 für die Linkspartei im EU-Parlament, sagte der SZ, es mache Mut, dass die Uefa "den Handlungsbedarf nicht leugnet und zumindest auf die Krücke des EU-Wettbewerbsrechts verweist". De Masi erkennt darin die Aufforderung der Uefa an die EU-Kommission, sich im Fußball "aktiv für mehr Fair Play in der Steuerpolitik" einzusetzen. "Diesen Elfmeter sollte die EU-Kommission verwandeln", sagt De Masi."

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4. August 2017, Handelsblatt: FIFPro fordert Überprüfung der Transferregeln

"Nach dem Rekordtransfer von Fußball-Superstar Neymar zu Paris Saint-Germain hat die Spielergewerkschaft FIFPro von der EU-Kommission eine Überprüfung der Transferregeln gefordert.

„FIFPro bittet die Europäische Kommission um eine umfassende Untersuchung der Transferregeln aus dem Jahr 2001, die nun dringend geprüft werden müssen”, sagte FIFPro-Generalsekretär Theo van Seggelen laut einer Mitteilung vom 4. August. Die Kommission müsse den Geldfluss von Transfergebühren in der EU untersuchen und ihren Einfluss bewerten. (...)

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wiederum hat sich für eine größere finanzielle Ausgeglichenheit im europäischen Fußball und gegen Steuerprivilegien für Profis in bestimmten Ländern ausgesprochen. Die Europäische Fußball-Union prüfe derzeit „verschiedene konkrete Maßnahmen”, die für eine größere sportliche Balance sorgen sollen, schrieb Ceferin in einem Brief an den Linken-Europaabgeordneten Fabio De Masi, den dieser auf seiner Internetseite veröffentlichte. „Nicht zuletzt seit wir festgestellt haben, dass die Kräfte des Markts dieses Ergebnis alleine nicht erreichen.” Die „Süddeutsche Zeitung” (Freitag) berichtete zuerst darüber.

Der Fußball müsse Wege finden, um mehr Transparenz zu schaffen, schrieb Ceferin weiter. Allerdings seien „nationale Steuersysteme außerhalb des Einflusses der UEFA”.Dies wertet De Masi als Aufforderung des Kontinentalverbands an die EU-Kommission, sich im Fußball „aktiv für mehr Fair Play in der Steuerpolitik” einzusetzen, wie er der „SZ” sagte. In seinem Brief lobte Ceferin, dass die Kommission mehrmals gegen steuerliche Bevorzugung im Sportsektor vorgegangen sei, „besonders in Bezug auf einige spanische Proficlubs”."

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